Alle Beiträge von Stephani Streloke

Spende der DOHLE Stiftung deckt zusätzlichen Bedarf in Corona-Zeiten

Schon in normalen Zeiten platzt die Geschäftsstelle von AsA aus allen Nähten. Zu den Stoßzeiten am Nachmittag wird jedes freie Eckchen für den Förder-Unterricht genutzt, und sei es noch so klein. In Zeiten von Corona wird es für uns noch viel schwieriger: Jetzt muss der Mindestabstand gewährleistet werden. Plexiglas-Scheiben trennen jeden Tisch in zwei Hälften. Die Gruppen – auch in den Sprachkursen – sind stark verkleinert. Der Platz reicht nicht mehr!

AsA in Zeiten von Corona: Verkleinerter Deutschkurs mit Katrin Förderer, Juni 2020

In dieser Situation geht unser Dank an die Kurt & Maria DOHLE Stiftung. Sie zählt seit langen Jahren zu unseren verlässlichsten Unterstützer*innen. Nun hat die DOHLE Stiftung uns Gelder gewährt, mit denen wir zusätzliche Räume kurzzeitig anmieten können. Dort werden wir die Arbeitsplätze digital ausstatten, damit die von uns betreuten jungen Geflüchteten sich auf (Nach-)Prüfungen vorbereiten können und auch Bewerbungsunterlagen am Computer erstellen und ausdrucken können.

In den letzten Wochen konnte AsA mit kleinen Schritten wieder öffnen. Der erste Schritt war die persönliche Beratungsarbeit –mit Plexiglas und Mundschutz, aber immerhin in direktem Kontakt. Termine für Bewerbungen wurden ebenfalls vergeben, jedoch immer mit Abstand und unter strengen Hygienebedingungen. Außerdem gab es bis zum Start der Sommerferien am 29.06.2020 Prüfungsvorbereitung im Sprachlernzentrum, allerdings nur in Kleingruppen bis zu drei Personen.

Hygiene steht im Vordergrund: Abgespeckter Deutschkurs mit Dominik Winkel

Aus all diesen Gründen hatten wir es deshalb mit einem erheblichen Mehraufwand im Sachkosten- und im Personalbereich zu tun. Neben den höheren Druckkosten und der technischen Ausstattung der Mitarbeiter*innen wurden zwei Honorarkräfte zur Unterstützung des Sprachlernzentrums eingestellt. Eine Honorarkraft wird ebenfalls im Bewerbungszentrum bei der Berufsorientierung unterstützen.

Dank einer großzügigen Spende der DOHLE Stiftung kann AsA e.V. in zusätzliche Räumlichkeiten und in digitale Technik investieren und auch in Zeiten von Corona weiterhin für junge Geflüchtete in Bonn und dem Rhein-Sieg Kreis da sein. Wir möchten uns an dieser Stelle von ganzem Herzen bei der DOHLE Stiftung für die Förderung, Unterstützung und die Wertschätzung unserer Arbeit bedanken.

Link zur Stiftung: https://www.dohle-stiftung.com/

Großzügige Spende der Postcode-Lotterie

Im Rahmen der Förderung von Projekten, die sich mit den Folgen der Corona-Krise beschäftigen, unterstützt die Deutsche Postcode Lotterie AsA e.V. mit 10.000 Euro.

Dank der großzügigen Spende der Postcode-Lotterie kann AsA e.V. in digitale Technik investieren und auch in Zeiten von Corona weiterhin für junge Geflüchtete in Bonn und dem Rhein-Sieg Kreis da sein

Mit Maske und Trennscheibe: Deutsch-Unterricht mit Dominik Winkel

Wir von Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V. haben es geschafft, in den Wochen seit Mitte März mit allen 186 minderjährigen und jungen volljährigen Geflüchteten, die an unseren Verein angebunden sind, den Kontakt zu halten. Seit kurzem können diese uns wieder einzeln und unter strengen Hygiene-Bedingungen in unseren Räumlichkeiten aufsuchen. Aber:

Viele unserer Ehrenamtlichen Nachhilfelehrer*innen sind über 60 und gehören der Corona-Risikogruppe an. Viele Jugendliche hingegen stehen vor den Abschlussprüfungen und brauchen dringend Unterstützung. Deshalb mussten wir zwei Honorarkräfte einstellen, die den Förderunterricht ersatzweise übernehmen. Das verursacht hohe zusätzliche Kosten. Auch in digitale Technik musste und muss viel Geld investiert werden – Diensthandys und Laptops für alle Mitarbeiter*innen, zusätzliche Drucker und Computer-Arbeitsplätze für die Jugendlichen werden benötigt. Außerdem suchen wir nach Räumen, die wir kurzfristig anmieten können, um unseren Jugendlichen weitere Arbeitsplätze mit den nötigen Abstandsregelungen bieten zu können.

Petra Rottmann, Head of Charities bei der Deutschen Postcode Lotterie: „Wir freuen uns sehr, dass wir dank des Engagements unserer Teilnehmer dieses wunderbare Projekt unterstützen können – vor allem in dieser für uns alle neuen und ungewissen Corona-Zeit. Für die Umsetzung wünschen wir alles Gute und viel Erfolg.“

Deutsche Postcode Lotterie fördert Corona-Projekte

Da eine Weiterführung laufender oder eine zeitnahe Umsetzung geplanter Projekte derzeit schwierig werden kann, hat die Deutsche Postcode Lotterie den Förderzeitraum aller bereits bewilligten Projekte automatisch um sechs Monate verlängert. Projekte können außerdem der neuen Situation angepasst werden. Petra Rottmann: „Wir prüfen im Einzelfall, ob wir die Zweckbindung ändern oder ganz aufheben können, damit unsere Partner flexibel auf die Corona-Krise reagieren können.“

AsA in Zeiten von Corona: Verkleinerter Deutschkurs mit Katrin Förderer, Juni 2020

Neben AsA e.V. fördert die Soziallotterie weitere Projekte, die in der aktuellen Corona-Zeit akute Hilfe leisten. So stellte sie den Stadtmissionen 500.000 € zur Verfügung, um den Schwächsten unserer Gesellschaft (Obdachlose, Opfer häuslicher Gewalt sowie bedürftige Senioren), die am meisten unter der Krise leiden, zu helfen. Weitere Fördermittel gingen z.B. an die AWO BV Hannover e.V., die Pflegeheim-Bewohnern eine „Kulturspritze gegen Coronablues“ gibt, an Vision:teilen e.V., deren „Gutenachtbus“ sich um die Notversorgung von Bedürftigen kümmert oder an den Verein Spielend lernen e.V., der aus recycelten Materialien Mundschutzmasken herstellt.

Weitere Infos unter: www.postcode-lotterie.de/projekte

Solidarität mit Geflüchteten in zentralen Unterbringungs-Einrichtungen?!

Viele der jungen Geflüchteten, die von AsA betreut werden, wohnen in Sammelunterkünften. Die Lage dort ist seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie noch schwieriger als vorher. Besonders für Jugendliche in Quarantäne.

Wie sicherlich viele bereits der Presse entnehmen konnten, ist vor einiger Zeit auch in der Unterbringungseinrichtung in St. Augustin bei Bonn das Corona-Virus ausgebrochen und hat sich rasant verbreitet – keine Überraschung, bei einer Belegung in 10-Bett-Zimmern und rund 500 Bewohner*innen, die dort auf engstem Raum untergebracht sind.

Unsere Geschäftsführerin Johanna Strohmeier und Babette Loewen, Leiterin unseres Projektes Deutsch plus! haben einen Bericht über das geschrieben, was sie von den jungen Geflüchteten aus erster Hand erzählt bekommen.

Hier geht es zum Bericht

Aufruf zur Mitteilung von Problemen im Rahmen der aktuellen Corona-Krise

Bonn & Rhein-Sieg-Kreis


Es sind schwere Zeiten angebrochen für den Flüchtlingsschutz. Wichtiger als je zuvor ist es jetzt, zuverlässige und klare Informationen zur Situation von Geflüchteten zu erhalten, wenn Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden, Geflüchtete bei Behörden Probleme erfahren oder aufgrund der Einschränkungen mit anderen Herausforderungen konfrontiert sind.

Die Informationen wollen wir nutzen, um konstruktive, kreative, pragmatische, aber vor allem auch menschenrechtlich vertretbare Lösungen gegenüber der Politik und der Verwaltung vorzuschlagen. Die aktuelle Krise darf nicht zur Missachtung von Grund- und Menschenrechten beim Flüchtlingsschutz führen!

Hierfür bitten wir um Eure/Ihre Unterstützung, uns zu informieren, falls Probleme/Missstände in Verbindung mit Corona bekannt sind oder werden, z.B.

  • beim Zugang zu Behörden,
  • im Asylverfahren,
  • bei der Beantragung von Aufenthaltstiteln,
  • bei Bleiberechtsregelungen für Geduldete,
  • beim Leistungsbezug (AsylbLG, SGBII/XII etc.),
  • in den städtischen Unterkünften und Landeseinrichtungen,
  • bei der Gesundheitsversorgung,
  • bei der Beschulung von Kindern,
  • durch Arbeitgeber*innen (z.B. erzwungene Kurzarbeit).

Dann kontaktieren Sie / kontaktiert uns bitte!

Wir bedanken uns für Ihre / Eure Mitwirkung und wünschen allen viel Gesundheit!

Adressen

Beratungsstellen
Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.
Sara Ben Mansour
Mobil: 0157 711 667 60, E-Mail: sara.ben-mansour@asa-bonn.org
Johanna Strohmeier
Mobil: 0157 337 820 94, E-Mail: johanna.strohmeier@asa-bonn.org

Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.
Beyza Misir
Tel: 0228 267 1720, Mobil: 0151 17994586,
E-Mail: Beyza.Misir@caritas-bonn.de

Deutsches Rotes Kreuz
Thomas Tobor
Mobil : 0162 2972 653, E-Mail: thomas.tobor@drk-bonn.de

Ev. Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn (EMFA)
Carina Pfeil
Mobil: 0174 1658544, E-Mail: c.pfeil@bonn-evangelisch.de

Kölner Flüchtlingsrat e.V.
Hannah Huser
Mobil: 0163 4560 171, E-Mail: huser@koelner-fluechtlingsrat.de
Kalina Velikova
Mobil: 0157 511 612 63, E-Mail: velikova@koelner-fluechtlingsrat.de

Migrantinnentreff Güllistan
Tel: 0228 264 197, E-Mail: grengarenk@aol.com
April 2020

Jahresbericht 2019/20 erschienen

Während der Endredaktion unseres Jahresberichtes im März 2020 hat sich die Corona-Pandemie in Deutschland entwickelt. Corona hat unser Vereinskonzept der Offenen Tür stark eingeschränkt. Ab Mitte März musste auch AsA seine Türen weitgehend geschlossen halten, um die Gesundheit der Jugendlichen, Ehrenamtlichen und MitarbeiterInnen zu schützen.

Besonders für die jungen Geflüchteten, die teilweise täglich bei uns ein und ausgehen, hat das eine sehr schwierige Situation geschaffen. Unsere oberste Priorität war von Anfang an, die Jugendlichen auch unter den sehr erschwerten Bedingungen weiterhin so gut wie möglich zu begleiten und ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass wir immer noch für sie da sind – zwar nicht im direkten Gegenüber, aber doch über Telefonate mit und ohne Video, Chats und andere soziale Medien. Erfreulicherweise ist es uns gelungen,  mit allen 186 jungen Geflüchteten, die an den Verein angebunden sind, Kontakt zu halten. Mit vielen von Ihnen können wir „digital“ arbeiten.

Am meisten unter der Corona-Krise leidet bei AsA der Bereich des Interkulturellen Lernens, weil er auf Gruppenerfahrungen basiert. Wir bemühen uns um eine Vernetzung der Jugendlichen, entwickeln Webinare (Online Schulungen), kleine Lernspiele und Programme, klären über Corona und Verhaltensregeln auf, starten Social-Media-Aktionen und schicken die Jugendlichen zum Beispiel in die Natur, um ein Foto von ihrem Lieblingsort zu machen. Aber was fehlt, sind der persönliche Kontakt mit und die Beziehung der jungen Geflüchteten untereinander, die AsA so lebendig machen. Dies ist der Bereich, auf den wir vermutlich noch am längsten verzichten müssen – jedoch sind wir für jede kreative Lösung offen, um auch unsere interkulturellen Lernprojekte weiterhin stattfinden zu lassen!

Bisher ist kein/e AsA-MitarbeiterIn in Kurzarbeit, ganz im Gegenteil sind wir alle sehr gut ausgelastet. Dennoch blicken wir mit AsA in eine ungewisse Zukunft. Zwar haben wir klare Pläne für eine möglichst zeitnahe, eingeschränkte Öffnung einzelner Projekte (unter strengen Hygienebedingungen) – wie lange das erlaubt und umsetzbar sein wird, kann jedoch niemand sagen.

Wir möchten uns an dieser Stelle von ganzem Herzen für Ihre Förderung, Unterstützung und die Wertschätzung unserer Arbeit bedanken. Besonders jetzt sind wir auf finanziellen Rückhalt angewiesen und haben es mit einem erheblichen Mehraufwand im Sach- und Betriebskostenbereich zu tun (z.B. Druckkosten, Porto, Ausstattung der MitarbeiterInnen mit Diensttelefonen und Laptops etc.). Dieser war so im Jahresbudget nicht vorgesehen, und wir sind deshalb besonders auch auf nicht zweckgebundene Spenden angewiesen.

Unser Verein blickt auf ein langjähriges Engagement bei der Förderung der Integration junger Migrant*innen in Bonn und Umgebung zurück. Es ist absehbar, dass der Bedarf an solcher Unterstützung weiterhin wachsen wird.

Hier geht es zum Download des Jahresberichtes 2019/20.