Verleihung des Internationalen Beethoven-Preises an den syrisch-palästinensischen Musiker Aeham Ahmad

Benefizkonzert mit Martha Argerich am 18. Dezember 2015

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Foto: Niraz Saied

“Wohl tun wo man kann, Freiheit über alles lieben.“ (Ludwig van Beethoven)

Am 18. Dezember 2015 fand in der Bundeskunsthalle in Bonn ein Benefizkonzert zugunsten junger Flüchtlinge in der Beethovenstadt statt. Im Rahmen des Konzertes wurde der von Torsten Schreiber und Andreas Loesch initiierte Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion an den syrisch-palästinensischen Musiker Aeham Ahmad vergeben. Auftretende Künstler waren unter anderem Martha Argerich, Karim Said, Christian Brunnert, Kinan Azmeh sowie weitere internationale Künstler.

Der 27jährige Aeham Ahmad wuchs im syrischen Jarmuk, einem Lager für palästinensische Flüchtlinge in Damaskus auf, später studierte er Musik in Homs und Damaskus. International bekannt wurde er, nachdem der syrische Bürgerkrieg das bis dahin zum Stadtviertel gewachsene Flüchtlingslager in ein – so UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon – „Todeslager“ verwandelte. Verwüstet sowohl durch die Fass-Bombardierung der syrischen Regierung wie auch durch das Eindringen islamistischer Milizen, leben dort mittlerweile nur noch geschätzte 16.000 Menschen – von ursprünglich rund 150.000. Aeham Ahmad hatte vor seiner Flucht nach Deutschland lange versucht, Terror und Krieg musikalisch die Stirn zu bieten: indem er sein Klavier auf die bereits zerstörten Straßen Jarmuks schob, um für die restlich verbliebenen Menschen zu spielen.

Das Repertoire war bunt gemischt und diente einzig dem Zweck, für einen Moment Hoffnung unter den Menschen zu verbreiten. Als IS-Milizionäre sein Klavier verbrannten, und die Situation in der Ansiedlung immer verzweifelter wurde, entschloss sich Ahmad zur Flucht nach Europa. Mittlerweile lebt er in einem Flüchtlingslager bei Gießen, von wo aus er versucht, seine Frau und die beiden Söhne nachzuholen. Für seinen Einsatz wird er nun am 18. Dezember mit dem Internationalen Beethovenpreis ausgezeichnet.

Ins Leben gerufen hat den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion der künstlerische Leiter der Wasmuth-Gesell-schaft und 1. Vorsitzender von Beethovenplus e.V., Torsten Schreiber, sowie der Präsident des Festivals Junger Künstler Bayreuth, Andreas Loesch. Getragen wird der Preis von zahlreichen Musikern und Kulturgesellschaften, die sich zum Teil selbst für Projekte im Dienst der Völkerverständigung engagieren.

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© Adriano Hetmann

Mit dabei waren unter anderem die Pianistin Martha Argerich, der syrische Klarinettist Kinan Azmeh (Mitglied im Silk Road Projekt von Yo Yo Ma), der palästinensische Pianist Karim Said (Mitglied im West-Eastern Divan Orchestra), der Solocellist des Beethovenorchesters Christian Brunnert, der Bratscher Nils Mönkemeyer und die Pianistin und Festivalleiterin Elena Bashkirova. Des Weiteren die Geigerin Mihaela Martin und der Cellist Frans Helmerson (Dozenten an der Barenboim-Akademie Berlin), die Bonner Jungpianistin Luisa Imorde und der zwischen den Genres changierende Pianist Kai Schumacher.

Weitere Unterstützer sind der Präsident der IHK Bonn-Rhein-Sieg, Wolfgang Grießl, der Präsi-dent des Colloquium Humanum, Hans-Jürgen Stryck, die 1. Vorsitzende des Vereins Ausbil-dung statt Abschiebung e.V. (AsA), Karin Ahrens, die Johannes-Wasmuth-Gesellschaft e.V. sowie Beethovenplus e.V. Ursprünglich sollte der Preis im kommenden Jahr zum ersten Mal überreicht werden. Aufgrund der aktuellen Situation erhält Aeham Ahmad ihn am 18. Dezember als Sonderpreis.

Das Benefizkonzert fand in Kooperation mit der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Deutschlandradio Kultur und dem Morgenland Festival Osnabrück statt. Der Erlös des Abends geht an den Bonner Verein AsA e.V. (Ausbildung statt Abschiebung), der sich seit fast 15 Jahren dafür engagiert, jungen Flüchtlingen in Deutschland eine Ausbildung zu verschaffen.

In Form verschiedener Projekte und Initiativen bietet der mehrfach ausgezeichnete Verein jungen Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen Kommunikations-, Beratungs- und Bildungsangebote, die sie darin unterstützen sollen, durch Qualifikation berufliche Perspektiven zu entwickeln.

Das Konzert wurde von Deutschlandradio Kultur aufgezeichnet.
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