Vorwort

Karin Ahrens
Ehrenvorsitzende des Vereins Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.

KarinAhrens2014In den letzten Jahren hat sich einiges in der Flüchtlingspolitik getan und das ist gut so. Die 1992 ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention führte in Deutschland durch eine Vorbehaltserklärung beinahe 20 Jahre ein Schattendasein in der deutschen Rechtspraxis. Durch die Rücknahme dieser Erklärung  im Juli 2010 hat die Bundesregierung damit für den Weg frei gemacht, die Bestimmungen der Konvention endlich anwenden zu können. Die UN-Kinderrechtskonvention ist nunmehr in Deutschland  vollständig anerkannt und muss von den Gerichten und Behörden in Bund, Ländern und Kommunen beachtet werden.

Obwohl sich einige Politiker quer durch alle Parteien  mittlerweile bewusst geworden sind, dass auch in Deutschland alle Kinder und Jugendliche vor dem Gesetz gleich sind, werden wir, die Mitglieder des Vereins Ausbildung statt Abschiebung, uns um die rechtliche Umsetzung bei Behörden und Bildungseinrichtungen einsetzen und dafür kämpfen, dass endlich ausländische wie inländische Kinder vor den Gesetz gleichgestellt sind. Denn da sind auf der einen Seite unsere jungen Flüchtlinge, ihre Bedürfnisse und das somit zu berücksichtigende Kindeswohl, und auf der anderen Seite Gesetze und Rechtsprechungen und deren Umsetzung, die diesem Kindewohl nach wie vor entgegenstehen.

Seit 2010 hat der Verein einen Platz im Jugendhilfeausschuss im Rat der Stadt Bonn, so dass wir nun verstärkt in politischen Gremien zu den Problemen unserer jungen Betreuten Stellung nehmen können. Seit Gründung  unseres Vereins in 2001 ist es unser Ziel, junge oft unbegleitete Flüchtlinge im Alter von 14 bis 27 Jahren, Mädchen wie Jungen, in den Bereichen Bildung, Alltag und Freizeit so zu unterstützen, dass sie ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten nutzen und ausbauen können. Nur durch diese Hilfe zur Selbsthilfe ist es vielen Jugendlichen erst möglich, sich als ein vollwertiges anerkanntes Mitglied unserer Gesellschaft zu fühlen. Mit unseren  Mitgliedern, mehr als 30 Ehrenamtlichen und unseren hauptamtlichen hochqualifizierten MitarbeiterInnen ist es möglich, individuelle Förderung dieser Jugendlichen zu erreichen. Die Hauptarbeit dabei sind Nachhilfeunterricht in allen schulischen Fächern, Patenschaften für die in Ausbildung befindlichen Jugendlichen, Bewerbungstraining und Unterstützung bei Behördengängen und die Klärung rechtlicher Fragen. Die hauptamtlich Tätigen der Geschäftsstelle werden durch Ehrenamtliche unterstützt. Alle ehrenamtlich Tätigen arbeiten ohne Bezahlung und erhalten keinerlei Zuwendung. Der Verein ist als gemeinnützig und mildtätig anerkannt und jede Spende ist somit absatzfähig. Seit 28. Juni 2005 ist der Verein AsA anerkannter Träger der freien Jugendhilfe der Stadt Bonn nach § 75 Kinder- und Jugendhilfegesetz und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe. Die vom Verein angebotene Unterstützung ist für die jungen Flüchtlinge unentgeltlich. Dies können wir jedoch nur leisten, wenn die Finanzierung unserer Angebote durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsorengelder gesichert ist.

Für diese finanzielle Unterstützung danken wir unseren Mitgliedern, Spendern und Sponsoren, denn nur so können wir diesen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive bieten und ihren unsicheren Aufenthaltsstatus verbessern. Mit dieser Unterstützung können wir jungen Menschen helfen, die unfreiwillig unterwegs sind, weil sie aus Krisengebieten stammen und ihre Zukunft in Deutschland nach wie vor ungewiss ist.