Über uns

Der Verein „Ausbildung statt Abschiebung e.V.“ – kurz AsA – wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet. Unser Ziel: Wir wollen jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können.

Angefangen haben wir mit 14 Jugendlichen. In den letzten Jahren sind wir rasant gewachsen: Derzeit nehmen  rund 200 junge Flüchtlinge im Alter von 14 bis 27 Jahren die Angebote in der AsA Geschäftsstelle in Friesdorf wahr.

Die Lebensperspektive von jugendlichen Flüchtlingen und vor allem von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland ist deprimierend. Sie haben praktisch keine Chance, einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu erhalten. Der ungesicherte Aufenthalt in Verbindung mit den derzeit geltenden Arbeitsbeschränkungen macht es den jungen Flüchtlingen fast unmöglich, einen Ausbildungsplatz zu finden und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Denn nur mit dem Abschluss einer qualifizierten Ausbildung haben junge Menschen eine Zukunftsperspektive  – sei es in Deutschland oder (nach einer möglichen Rückkehr) im Herkunftsland.

Ausbildung statt Abschiebung (AsA e.V.) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein zur Förderung junger Flüchtlinge mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. AsA setzt sich dafür ein, dass junge Flüchtlinge eine Arbeitserlaubnis für die Zeit einer Ausbildung in Deutschland erhalten. Der Verein  finanziert sich ausschließlich aus privaten Spenden und Mitgliedsbeiträgen.

Hidden Movers Award 2011

Junge Flüchtlinge in Deutschland

Auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung – getrennt von ihren Eltern – leben in Deutschland Tausende junger Flüchtlinge. Ihre Situation ist schwierig. Vor allem minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen, haben fast keine Aussichten, anerkannt zu werden. Über Jahre erhalten sie häufig nur kurzbefristete Duldungen. Von Verlängerung zu Verlängerung leben sie in einem ungesicherten Aufenthaltsstatus. Dies führt bei den ohnehin häufig traumatisierten Jugendlichen zu Frustration und Perspektivlosigkeit.

Die Betreuung junger Flüchtlinge, die überwiegend unter 18 Jahre alt sind und ohne ihre Familien hier leben, stellt an das AsA-Team hohe Anforderungen. Immer wieder setzten sich die engagierten MitarbeiterInnen und ehrenamtlichen HelferInnen mit diesen Fragen auseinander:

  • Welches Vertrauen haben jugendliche Flüchtlinge in unsere Gesellschaft?
  • Wie können wir helfen, um die sprachliche Verständigung dieser Jugendlichen zu verbessern?
  • Welche Freundschaften können diese Jugendlichen schließen?
  • Wie steht es um ihre Psyche, um die Be-/Verarbeitung von Fluchterlebnissen, von erlebter Gewalt oder Willkür?
  • In welchem Kulturraum und in welchem Sozialraum leben diese Jugendlichen heute – und können sie ihn mitgestalten?
  • Wie werden sie gebildet, ausgebildet, welche beruflichen Möglichkeiten haben sie?

Und vor allem: Wie ist ihre Erfahrung mit der Anwendung des deutschen Rechts und wie gehen sie mit der Unsicherheit um, dass ein wackliger Aufenthaltsstatus grundsätzlich einen Lebensweg unsicher macht?

Juristisch gehören junge Flüchtlinge nicht zum Staatsvolk der Bundesrepublik, aber sie gehören zur Gemeinschaft der Deutschen. Die Bedingungen, wie sie hier leben, wie sie sich angenommen und aufgehoben, gefördert und unterstützt fühlen, geben Zeugnis darüber ab, wie ernst wir es in Deutschland mit unseren demokratischen Grundwerten meinen und wie wir mit unseren Menschenrechten umgehen.

Hier können Sie als zusätzliche Information unser aktuelles Positionspapier zur Asylpolitik herunterladen:

AsA-Asylpolitik Stand 20.8.217