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Rede eines Jugendsprechers vor dem Bonner Spendenparlament 2012

Wir freuen uns sehr, in dieser Sitzung eines unserer neuen Projekte vorstellen zu dürfen!

Ich bin Ibrahim Mokhtari und nehme an den Angeboten von AsA teil. Im Dezember 2011 wurde ich als einer von vier Jugendsprechern auf der AsA – Jugendversammlung demokratisch gewählt. Deswegen stehe ich heute hier vor Ihnen.

AsA steht für Ausbildung statt Abschiebung und ist ein gemeinnütziger und mildtätiger Verein, der BERATUNG und BILDUNG von jungen Flüchtlingen, die wie ich nur eine Duldung besitzen und teilweise ohne Eltern in Bonn leben, anbietet.

Heute bitten wir um die finanzielle Unterstützung für die Einrichtung unseres neuen Lernzentrums. Ein Lernzentrum für junge Flüchtlinge.

Warum brauchen wir ein Lernzentrum?

Ich erkläre es Ihnen anhand meiner eigenen Geschichte:

Als ich vor fast drei Jahren aus Marokko nach Deutschland kam, konnte ich kein Wort Deutsch. Ich ging in eine sogenannte Internationale Förderklasse. Dieses Jahr bereite ich mich für meinen Realschulabschluss vor. Parallel zur Schule habe ich Deutschkurse bei AsA besucht. Zusätzlich habe ich Einzelunterricht durch ehrenamtliche Lehrer in Deutsch und Englisch erhalten. Wenn ich diese Unterstützung nicht gehabt hätte, könnte ich heute nicht so mit Ihnen reden. Nachhilfeunterricht kann ich mir nicht leisten, denn Integration ist rechtlich und politisch bei nicht vorgesehen.

Im neuen Lernzentrum werden diese Aktivitäten intensiv angeboten:

Einzelunterricht in Deutsch, Englisch, Mathematik, Französisch

Deutschkurse

Englischkurse

Und wenn wir weitere Kurse oder Unterstützung brauchen, sagen wir im Büro Bescheid und es werden nach Möglichkeiten geguckt.

Wir, Jugendliche, möchten auch gerne einen Lernraum mit einer Bibliothek einrichten, denn viele von uns, die bereits volljährig sind, wohnen in Asylheimen und anderen Einrichtungen, wo man nur schwer zur Ruhe kommt.

Wir wollen Lernen!

35 Ehrenamtliche helfen uns hierbei!

Die Mitarbeiterinnen von AsA ebnen uns den Weg!

Jetzt fehlt uns nur noch eine Sache und da hoffen wir auf Ihre Unterstützung:

Wir brauchen Tische und Stühle, an denen der Unterricht stattfinden kann. Und wir brauchen ein Regal für die Bibliothek.

Vielen Dank!

 

P r e s s e m i t t e i l u n g 05/13

21. September 2013

AsA präsentiert die Brüder Sadinam im Bonner Haus der Jugend

Am Freitag, dem 27. September 2013, veranstaltet der Godesberger Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ (AsA e.V.) um 19 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Bonner Spendenparlament e.V. eine Lesung mit den Brüdern Sadinam aus ihrem Buch „Unerwünscht“. Für die Presse besteht die Möglichkeit, an diesem Tag bereits um 18 Uhr persönlich mit den Autoren zu sprechen. Das Haus der Jugend in Bonn, Jugendzentrum der Stadt Bonn, Reuterstraße 100, stellt dankenswerterweise seine Räumlichkeiten für diese Veranstaltung zur Verfügung (www.hausderjugendbonn.de). Der Eintritt ist frei.

„Mit dieser Lesung möchten wir einen Beitrag im Rahmen der Interkulturellen Woche 2013 in Bonn leisten. Wir freuen uns sehr über die großartige Unterstützung des Hauses der Jugend und des Bonner Spendenparlament“, so Karin Ahrens, Vorsitzende von AsA e.V..

AsA wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet mit dem Ziel, jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. Viele dieser jungen Menschen – überwiegend aus Afghanistan, Angola oder etwa dem Kongo – sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Die drei Brüder Mojtaba, Masoud und Milad wachsen im Iran der 80er Jahre als Kinder regimekritischer Eltern auf. Nach einer verbotenen Flugblattaktion wird die Mutter erwischt und muss monatelang untertauchen. Im Sommer 1996 wagt die Familie mit Hilfe von Schleppern die Flucht nach Deutschland. Ohne Geld, Papiere und ohne ein Wort Deutsch zu sprechen landen sie in einem Auffanglager bei Münster. Dann der Schock: Ihr Asylantrag wird abgelehnt, sie werden zur sofortigen Ausreise aufgefordert.

Wie den drei jungen Iranern eine Integration gegen alle Widerstände gelingt in einem Land, das sie nicht haben wollte, davon erzählen sie in ihrem Buch. Es ist die Geschichte einer Suche dreier junger Menschen nach Heimat und Freiheit und eine Geschichte über den Wunsch, dazu zu gehören. Im Anschluss an die Lesung findet eine Diskussion mit den Autoren statt, moderiert von jungen Flüchtlingen, die derzeit von AsA betreut werden.

Die Veranstaltung bildet den Höhepunkt und Abschluss des vom Bonner Spendenparlament mit 1.500,- EUR geförderten AsA-Projektes „Türen für Teilhabe öffnen – langfristige Integration von jungen Flüchtlingen“. Voraus gegangen war die Teilnahme der von AsA betreuten Flüchtlinge an einem Jugendkongress des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Berlin sowie ein AsA-Projekt, in dessen Rahmen sich die Jugendlichen intensiv mit dem Buch „Unerwünscht“ auseinander gesetzt und es gemeinsam gelesen haben.