Alaaf!

AsA auf dem Bonner Rosenmontagszug  – ein großes Dankeschön ans Bonner Spendenparlament!

Auch das Wetter spielte mit: Hautnah konnte unsere kleine Truppe den Karneval erleben und selbst Kamelle verteilen. Das Bonner Spendenparlament kam für alle Kosten auf, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass für die Teilnehmerbeiträge, Kostüme und Kamelle extra Spenden eingeworben wurden – der reguläre Spendentopf wurde dafür nicht angetastet.

 

AsA auf dem Bonner Rosenmontagszug

Das Bonner Spendenparlament hat AsA e.V. eingeladen, in seiner Abteilung auf dem Bonner Rosenmontagszug am 12.02.2018  mitzulaufen. Die Zug-Nummer (= Position im Umzug) ist 11.1. !!  Unsere kleine Truppe – Jugendliche und Mitarbeiter*innen von Vorstand und Geschäftsstelle – ist schon ganz jeck auf das große Ereignis.

Hier geht’s zum Bonner Spendenparlament.

Grußwort zum Jahreswechsel

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Website,

liebe Freundinnen und Freunde von AsA,

auch wenn im Jahr 2017 die Zahlen der nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge weit hinter den Zahlen der beiden Vorjahre zurückgeblieben sind, gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen.

Immer noch müssen unbegleitete geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene viele Monate und oft mehr als zwei Jahre warten, bis ihr aufenthaltsrechtlicher Status geklärt ist. Diesen Menschen werden in der Regel wichtige staatliche Leistungen verwehrt – wie etwa das Recht, an Deutschkursen teilzunehmen. In den Fragen des Familiennachzugs wird meist gegen das Kindeswohl entschieden, um den weiteren Zuzug von Flüchtlingen abzuwehren.

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen ist vor allem der massiven Abschottung der Europäischen Gemeinschaft geschuldet, nicht etwa der Abnahme der Fluchtgründe. Der Bürgerkrieg in Syrien geht weiter, aus Libyen werden schlimme Menschenrechtsverletzungen aus den Gefangenenlagern der Flüchtlinge bis hin zum Sklavenhandel berichtet. Die Lage in Afghanistan ist – allen gegenteiligen Beschwörungen einiger Politiker zum Trotz – weiter extrem unsicher. Besonders die Einheimischen, die für ausländische Hilfsorganisationen oder für die Interventionstruppen gearbeitet haben, sind in Lebensgefahr. Und auch aus dem NATO-Land Türkei müssen Menschen vor der staatlichen Willkür des Erdogan-Regimes fliehen. Ein kleines Land wie der Libanon mit fünf Millionen Einwohnern hat allein etwa eine Million Flüchtlinge aufgenommen! Würde man diese Zahl auf die deutsche Bevölkerung umrechnen, müssten wir hier 18 bis 20 Millionen Flüchtlinge aufnehmen.

All dies macht deutlich, dass die Arbeit unseres Vereins noch lange nicht erledigt ist. „Ausbildung statt Abschiebung“ ist unvermindert eine dringliche Aufgabe hier bei uns. Unser Verein hat im vergangenen Jahr einen hervorragenden Beitrag zu dieser Aufgabe geleistet, durchgängig an den Grenzen seiner materiellen und personellen Möglichkeiten. Dass diese Grenzen nicht allein durch die engagierte und kompetente Arbeit unseres Teams in der Geschäftsstelle bestimmt waren, haben wir unseren vielen Ehrenamtlichen und unseren Spendern und Förderern zu verdanken. Herzlichen Dank dafür. Wir werden auch im Jahr 2018 unsere ganze Kraft unserer Aufgabe widmen und hoffen auf Ihre anhaltende Unterstützung.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen erholsame und friedliche Feiertage und ein gutes Jahr 2018. Bleiben Sie engagiert!

Für das Team der AsA-Geschäftsstelle und den Vorstand

grüßt Sie herzlich

Eberhard Neugebohrn
(Vorstandsvorsitzender)

Keiner wünscht sich den Ernstfall

Geflüchtete Jugendliche in Erster-Hilfe geschult

Am 16. und 17. Dezember 2017 fanden zwei ganztägige Erste-Hilfe-Kurse in den Räumlichkeiten von AsA e.V. in Bad Godesberg statt. Der Kurs wurde von den Maltesern durchgeführt. Die Jugendlichen haben einen ermäßigten Beitrag gezahlt und AsA hat den Rest finanziert.

Die Jugendlichen benötigen den Erste-Hilfe-Kurs in erster Linie für den Führerschein, einige brauchen ihn als Voraussetzung für ein Praktikum im Krankenhaus. Sowieso sollte jeder Mensch über Sofortmaßnahmen in einem gesundheitlichen Notfall Bescheid wissen.

Die Kurse bei AsA waren mit jeweils 10 – 12 Teilnehmern viel kleiner als üblich, so dass genug Zeit blieb, bei schwierigen Begriffen nachzufragen und die lebensrettenden Handgriffe ausführlich zu üben

Alle haben eifrig Notizen gemacht, Verbände gewickelt sowie Herzmassage und stabile Seitenlage geübt. Ebenfalls Übungssache: Was sagt man bei einem Notruf am Telefon, was müssen Sanitäter oder auch die Feuerwehr wissen.

Jetzt sind die Jugendlichen gut vorbereitet – aber natürlich hoffen alle, dass der Ernstfall niemals eintritt.

 

Neue Geschäftsführerin bei AsA

Der Verein Ausbildung statt Abschiebung e.V. freut sich sehr, dass Anfang Dezember 2017 endlich die lang ersehnte neue Geschäftsführerin Johanna Strohmeier ihre Arbeit aufnehmen konnte. In der Stadt Hamburg war sie seit 2014 im Fachdienst Flüchtlinge für die jugendamtliche Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und jungen Erwachsenen und deren Inobhutnahme zuständig, zuletzt als stellvertretende Gesamtleiterin und Teamleiterin.

Studiert hat Johanna Strohmeier Erziehungswissenschaften mit den Nebenfächern Rechtswissenschaft und Europawissenschaft. Schon während des Studiums begann sie eine fünf Jahre lang währende Mitarbeit im Hilfeverbund des SOS-Kinderdorfes Hamburg. Sie wurde in der ambulanten Familienhilfe, im offenen Kinder- und Jugendbereich und bei der Planung eines Familienzentrums eingesetzt, bevor sie zum Landesbetrieb Erziehung und Beratung der Stadt Hamburg wechselte.

Bei AsA freut sie sich darauf, unmittelbaren Kontakt zu geflüchteten Jugendlichen zu haben und sie wieder persönlich beraten und unterstützen zu können. Das Team der Geschäftsstelle, sagt Johanna Strohmeier, habe sie ungemein herzlich und offen willkommen geheißen. Von der ersten Minute an fühlte sie sich wohl auf ihrem neuen Arbeitsplatz. Jetzt, nach den ersten zwei Wochen als Geschäftsführerin, hat sie einen ersten Überblick über die vielfältigen Arbeitsschwerpunkte von AsA bekommen. Alle Hilfen aus einer Hand – Beratung, Förderunterricht, Sprachkurse und Unterstützung bei Bewerbungen- das hat sie davon überzeugt, aus dem hohen Norden ins rheinische Bonn umzuziehen. Herzlich Willkommen!

Eberhard Neugebohrn ist neuer Vorstandsvorsitzender von AsA

Auf der Mitgliederversammlung im November 2017 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Der neue Vorsitzende von AsA ist Eberhard Neugebohrn. Bis zu seiner Pensionierung  Ende 2016 war er Geschäftsführer der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Vorstandsvorsitzender von AsA

Christian Knops ist erneut zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden. Auch Schatzmeister Joachim Schubert sowie Stephani Streloke als Schriftführerin wurden erneut gewählt. Von den insgesamt vier Beisitzer*innen schied Camilla Heynen aus. Neue Beisitzern ist Barbara Kahlen, erneut ins Amt gewählt wurden Irmgard Cipa, Josef Peplinski und Till Winkelmann.

Geburtstagsfeier „15 Jahre Ausbildung statt Abschiebung“

Passend am 15. September feierte AsA sein 15-jähriges Bestehen. Rund 150 Gäste waren im stimmungsvollen Historischen Gemeindesaal der Bad Godesberger Erlöserkirche zusammengekommen. Darunter auch Personen der ersten Stunde: Gründungsmitglied Gisela Rubbert erzählte von den Anfängen des Vereins, als Beratung und Förderunterricht noch in ihrem Wohnzimmer stattfanden.

In ihrem Wohnzimmer begann die Arbeit von AsA: Gisela Rubbert

 

Gekommen war auch Suzan Karayel. Sie war die erste geflüchtete Jugendliche, die vor 15 Jahren dringend Hilfe suchte und damit der eigentliche „Anlass“, warum der Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ ins Leben gerufen wurde.

Suzan Karayel (Mitte) mit weiteren Jugendlichen der „ersten Stunde“, re. die langjährige Geschäftsstellenleiterin Carmen Martinez-Valdes

Der Name des Vereins wurde anfangs belächelt – „Damit finden Sie nie Unterstützung durch Politik und Bevölkerung“, so die Annahme. Aber die Mitarbeiter*innen von AsA waren hartnäckig und unbequem und schufen so die Basis für den Verein in seiner heutigen Form, der derzeit rund 170 Jugendliche betreut und im vergangenen Jahr 2016 über 2.200 Beratungsgespräche geleistet hat, viele davon für externe geflüchtete Jugendliche, Wohngruppen und Ehrenamtliche . In diesem Jahr wurden bereits 28 Jugendliche in eine Ausbildung vermittelt, 81 Jugendliche aus 13 Ländern besuchten in 2017 Deutschkurse bei AsA. Weitere 80 Jugendliche erhalten Förderunterricht von 55 Ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen.

Karin Ahrens, langjährige Vereinsvorsitzende von AsA
Karin Ahrens (li.) und Carmen Martinez-Valdes

Elf Jahre lang leitete Karin Ahrens als Vereinsvorsitzende die Geschicke des Vereins. Zusammen mit der langjährigen Geschäftsstellenleiterin Carmen Martinez-Valdes war sie maßgeblich für das Wachsen und Gedeihen des Vereins verantwortlich. Das Team der Geschäftsstelle wuchs auf inzwischen fünfeinhalb Stellen an. Dazu kommen ein Bufdi und 55 Ehrenamtliche. Auch der Vorstand arbeitet ehrenamtlich.

Zur Feier gekommen waren viele Unterstützer aus der Lokalpolitik und den Wohlfahrtsverbänden sowie Mitarbeiter*innen von Stiftungen und Organisationen und andere Geldgeber, ohne die die Arbeit von AsA nicht möglich wäre und bei denen sich AsA herzlich bedanken möchte.

 

Felix Dresewski von der Kurt und Maria Dohle Stiftung zusammen mit Sara Ben Mansour, Bewerbungszentrum AsA
Bürgermeisterin Angelica Maria Kappel

Bedanken wollten sich auch viele der von AsA in 15 Jahren Vereinsgeschichte betreuten Jugendlichen. Einige von ihnen erzählten auf dem Podium ihre Lebensgeschichte, die ohne AsA vermutlich kein so glückliches Ende gefunden hätte. Und es gab Musik: Baryton aus Guinea spielte selbstkomponierte Lieder auf der Gitarre, die AsA-Band spielte und sang ebenfalls. Und wünschte AsA noch mindestens 15 weitere Jahre

Baryton – in Guinea ist er bereits ein Star
Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Christian Knops (re.) eröffnete die Feier
Für die Ehrenamtlichen sprach Inga Zacher, die seit Jahren Förderunterricht bei AsA gibt

 

Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V. : Positionspapier zur Asylpolitik

Der gemeinnützige Verein „Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.“ mit Sitz in Bonn-Bad-Godesberg ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er setzt sich ein für eine nachhaltige Verbesserung der Situation minderjähriger und junger erwachsener Flüchtlinge durch eine berufliche Ausbildung. Er leistet Hilfe bei der Vorbereitung von Klausuren und Prüfungen, bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, bei Bewerbungsschreiben und in der Begleitung zu Behörden.

Die Öffentlichkeitsarbeit von AsA sensibilisiert für die Situation der jungen Menschen und trägt zum Abbau von Vorurteilen ihnen gegenüber bei. Gespräche mit Politikern haben das Ziel, die rechtliche Situation junger Geflüchteter zu verbessern.

Alle diese jungen Menschen haben Trennungs- und Verlusterfahrungen von Eltern, Freunden und vertrauter Umgebung. Fast ausnahmslos erlebten sie die Veränderung ihres Umfeldes als erzwungen. Aus unserer Begegnung mit ihnen wissen wir, dass gerade sie zur Stabilisierung ihrer Persönlichkeit und zur Heilung ihrer oft traumatischen Fluchterlebnisse eine sichere Zukunftsperspektive brauchen.

Bildung und Ausbildung sind die Grundlage, auf der sie sich eine Zukunftsperspektive und ein Leben in Würde aufbauen können. Sie fördern ihr Selbstbewusstsein und dienen der Stabilisierung ihrer Persönlichkeit. Sie ermöglichen eine Lebensplanung und öffnen einen Weg in die Selbstständigkeit. Soweit diese jungen Menschen in Deutschland bleiben können, sind ihre gute Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit auch für unser Gemeinwesen wichtig.

Im Jahr 2003 widmete der UNHCR am Weltflüchtlingstag „den Millionen junger Menschen, deren Zukunft durch Krieg, Verfolgung und Exil gefährdet ist“. Er betonte in seiner Grußbotschaft: „Wir müssen sicherstellen, dass jungen Flüchtlingen jede nur mögliche Gelegenheit gegeben wird, ihre Potenziale zu entwickeln (…) durch Bildung und Ausbildung ihrer Fähigkeiten, um sie für die Zukunft vorzubereiten. Wir dürfen ihnen diese Hoffnung nicht nehmen, denn ihre Zukunft ist auch unsere Zukunft“.

Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan fügte hinzu: „Wenn man sie an den Rand der Gesellschaft drängt, wird das zum Schaden aller sein.“

Auch sieben Jahre nachdem die damalige Bundesregierung ihre Vorbehaltserklärung gegen die UN-Kinderrechtskonvention zurückgenommen hat, ist in Deutschland der Grundsatz „Gleiches Recht für alle Kinder und Jugendlichen“ nicht eingelöst.

Die erheblichen Verschärfungen der Asylgesetze errichten neue Hürden für den Zugang zur Bildung. Deshalb schließen wir uns Forderungen der Träger der Wohlfahrtspflege, insbesondere aber von UNICEF und terre des hommes an:

  • Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sollten sich nur so kurz wie möglich in Erstaufnahmeeinrichtungen aufhalten müssen und mit der Zuweisung in ein Bundesland müssen Kinder und Jugendliche ohne Verzögerung schulpflichtig werden, weil sie sonst wertvolle Zeit verlieren. Lange Aufenthalte in Erstaufnahmeeinrichtungen und besonderen Aufnahmeeinrichtungen schaden sehr.
  • Die zügige Verteilung auf die Kommunen ist eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Zugang zu den Regelsystemen der Bildung und Förderung.
  • Für Jugendliche über 16 Jahren sowie junge Volljährige müssen flächendeckend Möglichkeiten zur Beschulung geschaffen werden, damit sie den Schulabschluss erwerben und ihre Ausbildung beginnen können.
  • Ein entscheidendes Hindernis für die schulische Berufsausbildung und ein Studium besteht im Ausschluss junger Geflüchteter vom BAföG und sonstigen Sozialleistungen für den Lebensunterhalt, sodass sie häufig gezwungen sind, ihre Ausbildung abzubrechen. „Besonders problematisch kann die Situation für Asylsuchende sein, die eine schulische Ausbildung beginnen wollen und die genannten ausländerrechtlichen Voraussetzungen für den Bezug von BAföG-Leistungen nicht erfüllen: Da eine schulische Berufsausbildung an den in § 2 Abs. 1 BAföG genannten Schulformen dem Grunde nach förderfähig ist, erhalten Asylsuchende ab dem Ausbildungsbeginn keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach § 2 AsylbLG V. m. SGB XII (sogenannte Analogleistungen; § 22 Abs. 1 S. 1 SGB XII), auch wenn die Voraussetzungen des § 2 AsylbLG (15 Monate Aufenthalt im Inland und keine rechtsmissbräuchliche Beeinflussung der Aufenthaltsdauer) vorliegen.  Sie bekommen also weder Leistungen nach dem BAföG noch Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB XII. Diese Situation wird auch als »BAföG-Falle« bezeichnet.“ (Recht auf Bildung für Flüchtlinge, Barbara Weiser).

            Diese Leistungsausschlüsse müssen dringend vermieden werden. 

  • Mit großer Härte trifft die minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge (UmF) mit subsidiärem Schutz der ausgesetzte Familiennachzug. Auch terre des hommes fordert, dass die mit dem Asylpaket II beschlossene Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzbedürftige aufgehoben wird.
  • Große Sorge bereitet uns das kürzlich vom Bundestag aber noch nicht vom Bundesrat beschlossene Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, weil es den Rechtsanspruch auf Hilfe für junge Geflüchtete in Frage stellt. Deshalb fordern wir keine Kürzung der Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Wer in betreuten Wohngruppen (§ 34 SGB VIII) statt wie im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz vorgesehen großen Unterkünften mit geringer Betreuung lebt, hat deutlich bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsverlauf und gesellschaftlicher Teilhabe.

            Hilfen für junge Volljährige (§ 41 SGB VIII) müssen vollumfänglich möglich       sein. Sie sind essentiell, um die Erfolge von Schule und Jugendhilfe abzusi      chern.

            Kinderrechte und Kinderschutzstandards müssen für geflüchtete Kinder und   Jugendliche ohne Einschränkung gelten (UN-Kinderrechtskonvention). Sie    brauchen einen besonderen Schutz vor Ausbeutung und Bedrohungen.

  • Die geplante erkennungsdienstliche Behandlung von Kindern und Jugendlichen durch die Polizei in den Erstaufnahmeeinrichtungen lehnen wir ab. Sie gehören sofort nach ihrer Einreise in die Obhut der Jugendämter

 

 

 

 

 

 

Zeugnisse bei „Deutsch plus!“

Junge Geflüchtete absolvieren erfolgreich „Deutsch plus“

Mit „Deutsch plus“ führt der Verein „Ausbildung statt Abschiebung e.V.“ seit letztem Jahr ein sehr erfolgreiches Projekt durch. Junge Geflüchtete erhalten zeitnah nach ihrer Ankunft in Deutschkurs einen Sprachkurs und nehmen gleichzeitig an ersten beruflichen Orientierungsangeboten teil. Zum Beginn der Sommerferien konnte sich eine weitere Gruppe junger Geflüchteter zwischen 16 und 24 Jahren über den erfolgreichen Abschluss ihrer Kurse freuen. Am Donnerstag, dem 13. Juli 2017, wurden die Urkunden an die Jugendlichen überreicht.

Mit dabei waren Herr Dr. Frank Borstelmann (Vorsitzender der Stiftung Zukunft NRW) und Frau Carla Wehmeier (Projektbearbeiterin bei Care Luxemburg Deutschland e.V.). Ohne die finanzielle Förderung durch diese beiden Organisationen könnnte Deutsch plus! nicht stattfinden. Auch vom Hilfswerk deutscher Zahnärzte und der Lieselotte Peipers Stiftung wird Deutsch plus! finanziert.

Carla Wehmeier (Care LD e.V.)und Dr. Frank Borstelmann (Stiftung Zukunft NRW)

Das Projekt „Deutsch plus“ hat drei wesentliche Ziele: Erstens: Sprachliche und berufliche Schlüsselkompetenzen an junge Geflüchtete zu vermitteln. Zweitens: Den jungen TeilnehmerInnen eine Strukturierung ihres Alltags zu ermöglichen, damit sie in dieser schwierigen Anfangszeit in Deutschland eine emotionale Stabilität gewinnen. Über den Spracherwerb hinaus bekommen die jungen Menschen durch einfachere Werkarbeiten und durch Besuche verschiedener Betrieben aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen einen Einblick in das Arbeitsleben in Deutschland. Alles zusammen führt letztendlich dazu, dass die jungen Menschen einen leichteren Einstieg in das Leben in Deutschland haben und ihre Ausbildungsfähigkeit erhöht wird.

  Arbeiten der Schüler*innen: Schreinerarbeiten Spiele und Futterhäuschen), Schlüsselanhänger und Tasche aus Autoreifenschläuchen, Steinmetzarbeit

Das Projekt wird gefördert von: Care LD e.V., Stiftung Zukunft NRW, Hilfswerk deutscher Zahnärzte und der Lieselotte Peipers Stiftung.

 

AsA im Rennen um den Deutschen Engagementpreis 2017

Irmgard Cipa, AsA-Vorstandsmitglied  (vorne Mitte mit Sonnenblume) und Sara Ben-Mansour, Leiterin des Hit-Bewerbungszentrums (rechts daneben mit Urkunde) während der Nominierung

Am 11. Juli 2017 sind wir in Köln offiziell für den Deutschen Engagementpreis 2017 nominiert worden. Dr. Marcus Kreutz, stellvertretender Bundesgeschäftsführer und Justiziar des Arbeiter-Samariter-Bundes, hat die Nominierungsurkunden an uns und die anderen Nominierten überreicht.

Deutscher Engagement Preis, Vor-Ort-Nominierung Köln 2017, Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland

AsA wurde vom unabhängigen, gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus Phineo für seine besonders wirkungsvolle Arbeit, junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen, ausgezeichnet.

Damit haben wir eine Chance auf bis zu 10.000 Euro Preisgeld

 AsA hat jetzt die Chance, bei der feierlichen Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises am 5. Dezember 2017 in Berlin geehrt zu werden. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner der fünf Kategorien Chancen schaffen, Leben bewahren, Generationen verbinden, Grenzen überwinden und Demokratie stärken warten Preisgelder in Höhe von je 5.000 Euro. Eine Experten-Jury bestimmt die Preisträgerinnen und Preisträger dieser Kategorien. Über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis stimmen vom 12. September bis 20. Oktober alle Bürgerinnen und Bürger per Online-Voting ab.

 Der Deutsche Engagementpreis würdigt als Dachpreis das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Deutschland und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Generali Deutschland AG und die Deutsche Fernsehlotterie.

Informationen zu über 600 Preisen für bürgerschaftliches Engagement finden Sie unter www.deutscher-engagementpreis.de/preiselandschaft.

Spendenpäckchen der Deutschen Post DHL

Dr. Sabine Willecke und Daniela Müller (Deutsche Post DHL) beim Überreichen der Spende

Am 08. Juni kam ein Päckchen der besonderen Art bei AsA an. Es wurde überreicht von zwei Mitarbeiterinnen des Bereiches  ‚IT GBS, CSI and CC’ der Deutschen Post DHL. Der Bereich  besteht aus 130  Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus den USA, der Region Asia Pacific und Deutschland. Jährlich gibt es ein „Come Together“,  bei dem sich alle zum Arbeitsaustausch treffen und dabei auch regelmäßig Geld für einen guten Zweck sammeln. Dieses wird dann jeweils verschiedenen Organisationen zur Verfügung gestellt.

Diesmal fiel die Wahl auf AsA e.V., um dessen Ziele, Arbeit und Engagement zu unterstützen. Es kam eine Spende von 1.470 €  durch Tombola, Spiele und eine Auktion zusammen, die am 8.6.2017 durch  Daniela Müller und Dr. Sabine Willecke stellvertretend übergeben wurde. Sie wünschen AsA auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen von ‚IT GBS, CSI and CC‘ weiterhin viel Erfolg bei der so wichtigen Ausbildung und Beratung von Flüchtlingen.

Wir sagen Danke !

v.li.n.re.: Christian Knops, Bastian Zillig (beide AsA), Aizu Haj (von AsA betreuter Jugendlicher), Daniela Müller(Deutsche Post DHL), Josef Peplinski (AsA), Dr. Sabine Willecke (Deutsche Post DHL), Sabine Faas (AsA)

Spitzenkandidatin der Grünen zu Besuch bei AsA

Sie wollte sich ansehen, wie AsA für geflüchtete Jugendliche arbeitet: Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen bei der diesjährigen Bundestagswahl. Zusammen mit ihr kamen weitere hochrangige Vertreter*innen der Grünen, die sich für die Themen Flüchtlingspolitik und Kinderrechte engagieren: die Bonner Landtagskandidat*innen der Grünen – Doro Schmitz und Tim Achtermeyer – sowie die stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Katja Dörner.

Doro Schmitz, Toupé Djallo, Katrin Göring-Eckardt, Sara Ben-Mansour, Katja Dörner, Bastian Zillig, Wasseem Daulatzi, Tim Achtermeyer

Das große Interesse an AsA zeigt, welch hohen Stellenwert die Partei Bündnis90/Die Grünen auf Bildungschancen für Flüchtlinge legt. Zitat Katrin Göring-Eckardt:

Die Integration der Geflüchteten ist kein Selbstläufer. Aber sie ist Aufgabe und Anspruch eines humanen Deutschlands. Sie ist eine Chance für mehr Wohlstand für alle und ein echter Job-Motor. Mehr Lehrerinnen und Lehrer, mehr Kita-Plätze, mehr günstige Wohnungen – davon werden alle etwas haben, auch die, die wenig verdienen.
(Quelle: www.goering-eckardt.de)

Toupé Djallo aus Guinea schilderte seine derzeitige Situation: Er hat eine Ausbildung angefangen, bekommt aber seinen Aufenthaltsstatus für die Dauer der Ausbildung nicht zuerkannt, obwohl er alle Voraussetzungen erfüllt, um diese sogenannte „Ausbildungsduldung“ zu erhalten.  Wer denn die Kosten für juristische Beratung und Vertretung durch einen Rechtsanwalt finanziere, wollte Göring-Eckart wissen. Er selbst, sagte Toupé, in Raten habe er schon mehrere hundert Euro abbezahlt.

 

Toupé Djallo, Katrin Göring-Eckardt

Wasseem Daulatzi aus Afghanistan darf in Deutschland bleiben. Er kam vor fünf Jahren aus Afghanistan. Sein Problem war die Wohnsituation: zusammen mit seinem damals ebenfalls minderjährigen älteren Bruder musste er drei Monate in einem Obdachlosenasyl nächtigen.  Zusammen mit viel älteren Männern, die viel Alkohol konsumierten und auch andere Drogen nahmen. Dann kam er für weitere drei Monate in ein Asylbewerberheim, bevor er endlich einen Platz in einer Jugendeinrichtung bekam. Schwer war das für ihn, denn morgens musste er wie alle anderen Kinder früh aufstehen und in die Schule gehen. Egal, wie seine Nacht gewesen war.

Wie sehen denn die Bedürfnisse von geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus, wollte Göring-Eckardt wissen: Unterscheiden sie sich von denen deutscher Kinder, die hier in einer Jugendeinrichtung untergebracht sind? Er würde sich mehr Zeit von den Betreuern wünschen, sagte Wasseem, der inzwischen sehr gut Deutsch spricht und eine Ausbildung macht.

Wasseem Daulatzi

Der Leiter des Ehrenamtszentrum, Bastian Zillig, und die Leiterin des Hit-Bewerbungszentrums, Sara Ben-Mansour, sprachen die aktuellen Schwierigkeiten an, mit denen die Mitarbeiter*innen von AsA bei ihrer alltäglichen Arbeit zu kämpfen haben:
– Die Ausbildungsduldung wird nicht erteilt, obwohl die Voraussetzungen dafür erfüllt sind
– Die Jugendhilfe endet mit dem 18. Geburtstag oder kurz danach
– Geflüchtete Jugendliche aus Afghanistan werden im Schnellverfahren abgelehnt
– Die Diskussion um sogenannte „hohe“ oder „niedrige“ Bleibeperspektive (was kein juristischer Begriff ist) vermindert die Chancen von Jugendlichen aus bestimmten Ländern auf einen Schulbesuch oder eine Ausbildung in Deutschland
– Die Zahl der Schulplätze in Bonn ist zu gering, die Wartezeit beträgt oft Monate und oft werden die Schulplätze nicht bedarfsgerecht zugewiesen
– Die Finanzierung der AsA-Projekte erhält wenig finanzielle Unterstützung durch die Stadt Bonn, obwohl staatliche Aufgaben – wie die Erteilung von Deutschunterricht, bis ein Schulplatz verfügbar ist – stattfindet
– Die Beratungsangebote für geflüchtete Jugendliche in Bonn sind nicht ausreichend.

Man müsse die Infrastruktur für Beratung und Begleitung der geflücheten Jugendlichen verbessern, so das Fazit von Göring-Eckart, damit man besser als in den Jahren 2015/16  auf steigende Flüchtlingszahlen vorbereitet sei und die Unterbringung und Integration besser gewährleistet sei. Katja Dörner fügte hinzu, dass sie persönlich und ihre Fraktion sich dafür einsetzen werden, dass geflüchtete Jugendliche in Jugendeinrichtungen zusammen mit deutschen Jugendlichen untergebracht werden, um ihnen das Ankommen und die Integration in Deutschland zu erleichtern.

Katja Dörner und Toupé Djallo

 

 

 

 

Phineo-Spendensiegel für AsA

Am 26.04.2017 wurde das „Hit-Bewerbungszentrum“ von Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V. mit dem Wirkt-Siegel des unabhängigen Analysehauses PHINEO ausgezeichnet – für seine besonders wirkungsvolle Arbeit, junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen.

Gruppenbild auf der Phineo Wirkt-Siegel-Verleihung in Berlin,  vordere Reihe 2.v.li.:
Sara Ben-Mansour, Projektleiterin Hit-Bewerbungszentrum, dahinter: Irmgard Cipa, Vorstandsmitglied von AsA e.V.

PHINEO ist ein gemeinnütziges Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement. Ziel ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken. Mit Wirkungsanalysen, einem kostenfreien Spendensiegel, Publikationen, Workshops und Beratung unterstützt PHINEO gemeinnützige Organisationen und InvestorInnen wie Stiftungen oder Unternehmen dabei, sich noch erfolgreicher zu engagieren. www.phineo.org

 

Dr. Andreas Schmidt, Analyst, PHINEO gAG, Sara Ben-Mansour, Irmgard Cipa und Caroline Wetzke, Analystin, PHINEO gAG, bei der Überreichung des Spendensiegels

 

Warum darf ich nicht Polizistin werden?

 
Moderatorin Dr. Ebba Hagenberg-Miliu, Somayeh, Ghulam, Waseem und Migena
Geflüchtete Jugendliche diskutierten am 5.4.2017 mit Bonner Landtagskandidat*innenauf einer Veranstaltung von AsA und EMFA
im Haus Migrapolis

Polizistin möchte sie werden, sagt die sechzehnjährige Schülerin Somayeh aus dem Iran. Aber es scheint nicht zu gehen. Sie hat nicht die deutsche Staatsbürgerschaft – das ist der Grund, glaubt sie. Aber vielleicht gibt es doch eine Lösung für sie. Sie solle doch direkt bei der Polizei vorsprechen, rät Michael Aggelidis, Landtagskandidat der Linken. Dort gibt es Ausbildungsberater, an einen solchen sollte sie sich wenden. Keine Antwort bekommt Somayeh auf ihre Frage, wann ihre Familie nach Deutschland kommen darf und ob sie selbst ganz sicher bleiben kann. Diese Frage könne man nicht sicher beantworten, ist die einhellige Meinung des siebenköpfigen Podiums. Dort sitzen Peter Kox (SPD), Tim Achtermeyer (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Deus (CDU), Michael Aggelidis (Die Linke), Franziska Müller-Rech (FDP), Michael Wisniewski (Piraten) sowie Carmen Martìnez Valdés (Fachreferentin für Flüchtlingsarbeit des Paritätischen NRW). Die Moderation der Veranstaltung lag in den kompetenten Händen von Dr. Ebba Hagenberg-Miliu. Sie stellte die Podiumsteilnehmer*innen und die Jugendlichen kurz vor, dann ging es gleich weiter mit den Fragen der jungen Flüchtlinge.

Peter Kox (SPD), Guido Deus (CDU), Franziska Müller-Rech(FDP), Tim Achtermeyer (Bündnis90/Die Grünen), Michael Aggelidis (Die Linke), Michale Wisniewski (Piraten), Carmen Martinez-Valdes (Paritätischer NRW)
Kein Studium für Migena?

Migena, die aus Albanien stammt, macht gerade eine Ausbildung, allerdings nicht in ihrem Traumberuf. Das Abitur hat sie auch. Aber sie darf nicht studieren. Nach Abschluss ihrer Ausbildung muss sie zwei Jahre im jetzt gewählten Beruf weiterarbeiten. So sei das geltende Gesetz, erläuterte Carmen Martìnez Valdés (Fachreferentin für Flüchtlingsarbeit des Paritätischen NRW).Das Studienverbot von Migena ist erst einmal begründet durch die „3 plus 2 –Regelung“ – sie besagt, dass Flüchtlinge nach der dreijährigen Ausbildung noch mindestens zwei Jahre in ihrem Beruf weiterarbeiten müssen. Doch auch danach wird es für Migena schwer sein, denn sie müsste ihren Lebensunterhalt während ihres Studiums selbst finanzieren, und das wird sie vermutlich nicht können. Sie wünscht sich von den Landtagskandidat*innen, dass sich diese Gesetze ändern, denn gut ausgebildete und integrierte Flüchtlinge sind doch ein Gewinn für die Gesellschaft. Aber niemand auf dem Podium kann ihr zusichern, dass ihr Traum vom Studium in Erfüllung gehen wird.

 

Waseem, Somayeh, Migena und Ghulam

 

Waseem aus Afghanistan brachte die Diskussion richtig in Fahrt. Was machen die Parteien, um Fluchtursachen in den Herkunftsländern der Geflüchteten zu bekämpfen? Peter Kox von der SPD sagt, dass man ganz klar vor Ort Verantwortung übernehmen muss. So gibt es Städte im Grenzgebiet zu Konfliktregionen, die genau so viele Flüchtlinge wie Einwohner beherbergen. Bislang klappt das, aber man muss diese Gemeinden unterstützen. Guido Deus von der CDU fragt: Wo sind die Grenzen von militärischem Eingreifen und Politik? In Afghanistan seien sowohl die USA, Russland als auch Deutschland als Weltpolizei gescheitert.

Unser alltägliches Handeln hat Auswirkungen auf Flucht und Migration

Tim Achtermeyer von Bündnis 90/Die Grünen fügte hinzu, die Konflikte in Afghanistan und Syrien so kompliziert seien, dass er dazu keine Lösung anbieten könne. Allerdings sei seine Partei überzeugt davon, dass im Denken aller Menschen ankommen muss: Unser alltägliches Handeln hat Auswirkungen auf Flucht und Migration. Der Klimawandel, hauptsächlich ausgelöst durch westliche Industrien, führt zu Dürre und Überschwemmungen anderswo auf dem Planeten. Auch der Import von Lebensmitteln zu Dumpingpreisen führt dazu, dass bäuerliche Gesellschaften verarmen und vor Ort nicht mehr genügend Anbaufläche für die eigene Bevölkerung zur Verfügung steht.

Tim Achtermeyer(Bündnis 90/Die Grünen), Micheal Aggelidis (Die Linke),
Michael Wisniewski (Piraten)

Ghulam aus Afghanistan fragte, wie die Landtagskandidaten zur gängigen Anhörungspraxis im Asylverfahren stehen. So solle man derzeit am besten mit Fotos oder Videos beweisen, warum man geflohen sei. Aber es sei unmöglich, Dokumente aus der Heimat mitzubringen, wenn man auf der Flucht ist und nicht einmal weiß, ob man diese überleben wird. Franziska Müller-Rech von der FDP sagte, bei dieser Vorstellung stellten sich ihre Nackenhaare auf: Entwürdigend findet sie dieses Vorgehen. Sie habe den Eindruck, hier würde auf eine Ablehnung hin geprüft. Auf Waseems Frage, wieso denn viele geflüchtete Jugendliche keinen Schulplatz bzw. keinen Deutschkurs bekämen, sagte Müller-Rech, ihr Standpunkt sei, dass alle Flüchtlinge sofort eine Arbeitserlaubnis bekommen sollten und geflüchtete Kinder und Jugendliche umgehend einen Schulplatz. Das wäre das beste Mittel zur Integration. 

Schulpflicht bis 28 Jahre erweitern

Michael Wisniewski von den Piraten vertrat den Standpunkt, dass eine bessere Regelung geschaffen werden muss, um geflüchteten Jugendlichen eine Schulausbildung zu ermöglichen. Er plädierte dafür, den Anspruch auf einen Schulplatz auf Heranwachsende bis 21 Jahren auszuweiten. Für die zusätzlichen Schulplätze und Sprachkurse müsse das Land NRW dann unbedingt das entsprechende Geld bereitstellen. Tim Achtermeyer von Bündnis 90/Die Grünen forderte sogar, die Schulpflicht für Flüchtlinge bis zum Alter von 28 Jahren zu erweitern.

Die Veranstaltung endete mit Fragen aus dem zahlreich erschienenen Publikum.