Karin Ahrens
Ehrenvorsitzende

Karin Ahrens„Seit meiner Mitgliedschaft in 2003 machten mich die belastenden Lebensbedingungen geduldeter Flüchtlingskinder und Jugendlicher betroffen. Gemeinsam nahmen wir uns vor, diesen unwürdigen und bedrückenden Umgang mit der schwächsten Gruppe in unserer Gesellschaft, öffentlich anzuprangern.
Bei meiner Vereinsarbeit lernte ich liebenswerte, hochmotivierte junge Menschen kennen, für die es sich lohnt zu kämpfen, mit ihnen gemeinsam Freizeit zu verbringen. Das, was ich ihnen durch mein Ehrenamt geben konnte, geben sie mir durch ihre Freundlichkeit, ihre Aufmerksamkeit, Tapferkeit und Freude vielfach zurück.“

Carmen Martínez Valdés, Mitglied, ehemalige  Leiterin der Geschäftsstelle und des Beratungszentrums bei „ Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.“

 

Carmen Martínez Valdés

„Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung, unabhängig seiner Herkunft und seines Aufenthaltes – das ist die Grundlage und meine persönliche Motivation, mich für  AsA e.V. einzusetzen.“

 

Delegation des Griechischen Bildungsministeriums zu Besuch bei AsA

Am 25.4.2016 besuchten uns Frau Kaisari-Ernst und Herr Dr. Kampas vom griechischen Bildungs- und Erziehungsministerium zusammen mit Herrn Finke-Timpe und Frau Jäckering vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Delegation wollte sich darüber informieren, wie unser Verein sich um  die Ausbildung minderjähriger und jugendlicher Flüchtlinge kümmert.

AsA bietet von Deutschkursen über Förderunterricht und Bewerbungstraining bis hin zur Ausbildungsbegleitung eine oft langjährige Betreuung aus einer Hand an. Bis zu 190 Jugendliche pro Woche nutzen derzeit das Angebot unseres Vereins.

Auch in Griechenland gibt es riesigen Bedarf an außerschulischen Ausbildungsplätzen für junge Flüchtlinge. Geschätzte 50.000 Flüchtlinge unter 16 Jahren halten sich derzeit im Land auf. Dort sind sie schulpflichtig, aber Lehrkräfte und Klassenräume sind Mangelware. Schon jetzt fehlen rund 13.000 reguläre Lehrstellen im Land, sagte Frau Kaisari-Ernst, da bräuchte man kaum davon zu träumen, dass das Ministerium Gelder für 1.000 Lehrkräfte für Flüchtlinge bereitstellen könnte. Schwierig wäre es auch, geeignete Unterrichtsräume zu finden – die meisten Flüchtlinge leben in Lagern. Die sind oft sehr schlecht ausgestattet. Und: Viele Kinder und Jugendliche wollen gar nicht in Griechenland bleiben, sie träumen von einer Weiterreise nach Schweden, Deutschland oder Frankreich. Griechisch-Unterricht ist also nicht attraktiv für diese Zielgruppe. Die jungen Flüchtlinge haben zudem Angst, dass jeder Schritt hin zu einer Integration in Griechenland sie weiter entfernt von ihrem eigentlichen Wunschaufenthaltsland. Es würde mehr Sinn machen, sie gleich in Französisch, Deutsch oder Schwedisch zu unterrichten, so lange sie auf eine Möglichkeit zur Weiterreise warten, sagte Frau Kaisari-Ernst.

Ein weiterer Unterschied zwischen den deutschen und griechischen Möglichkeiten: Bei AsA e.V. sind überwiegend Ehrenamtliche tätig, die den individuellen Förderunterricht und die Ausbildungsbegleitung übernehmen. Das ist nicht auf griechische Verhältnisse übertragbar, wo infolge der Finanzkrise gut 25% der Bevölkerung arbeitslos sind und dringend auf ein Einkommen angewiesen wären.