Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V. : Positionspapier zur Asylpolitik

Der gemeinnützige Verein „Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V.“ mit Sitz in Bonn-Bad-Godesberg ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er setzt sich ein für eine nachhaltige Verbesserung der Situation minderjähriger und junger erwachsener Flüchtlinge durch eine berufliche Ausbildung. Er leistet Hilfe bei der Vorbereitung von Klausuren und Prüfungen, bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, bei Bewerbungsschreiben und in der Begleitung zu Behörden.

Die Öffentlichkeitsarbeit von AsA sensibilisiert für die Situation der jungen Menschen und trägt zum Abbau von Vorurteilen ihnen gegenüber bei. Gespräche mit Politikern haben das Ziel, die rechtliche Situation junger Geflüchteter zu verbessern.

Alle diese jungen Menschen haben Trennungs- und Verlusterfahrungen von Eltern, Freunden und vertrauter Umgebung. Fast ausnahmslos erlebten sie die Veränderung ihres Umfeldes als erzwungen. Aus unserer Begegnung mit ihnen wissen wir, dass gerade sie zur Stabilisierung ihrer Persönlichkeit und zur Heilung ihrer oft traumatischen Fluchterlebnisse eine sichere Zukunftsperspektive brauchen.

Bildung und Ausbildung sind die Grundlage, auf der sie sich eine Zukunftsperspektive und ein Leben in Würde aufbauen können. Sie fördern ihr Selbstbewusstsein und dienen der Stabilisierung ihrer Persönlichkeit. Sie ermöglichen eine Lebensplanung und öffnen einen Weg in die Selbstständigkeit. Soweit diese jungen Menschen in Deutschland bleiben können, sind ihre gute Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit auch für unser Gemeinwesen wichtig.

Im Jahr 2003 widmete der UNHCR am Weltflüchtlingstag „den Millionen junger Menschen, deren Zukunft durch Krieg, Verfolgung und Exil gefährdet ist“. Er betonte in seiner Grußbotschaft: „Wir müssen sicherstellen, dass jungen Flüchtlingen jede nur mögliche Gelegenheit gegeben wird, ihre Potenziale zu entwickeln (…) durch Bildung und Ausbildung ihrer Fähigkeiten, um sie für die Zukunft vorzubereiten. Wir dürfen ihnen diese Hoffnung nicht nehmen, denn ihre Zukunft ist auch unsere Zukunft“.

Der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan fügte hinzu: „Wenn man sie an den Rand der Gesellschaft drängt, wird das zum Schaden aller sein.“

Auch sieben Jahre nachdem die damalige Bundesregierung ihre Vorbehaltserklärung gegen die UN-Kinderrechtskonvention zurückgenommen hat, ist in Deutschland der Grundsatz „Gleiches Recht für alle Kinder und Jugendlichen“ nicht eingelöst.

Die erheblichen Verschärfungen der Asylgesetze errichten neue Hürden für den Zugang zur Bildung. Deshalb schließen wir uns Forderungen der Träger der Wohlfahrtspflege, insbesondere aber von UNICEF und terre des hommes an:

  • Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sollten sich nur so kurz wie möglich in Erstaufnahmeeinrichtungen aufhalten müssen und mit der Zuweisung in ein Bundesland müssen Kinder und Jugendliche ohne Verzögerung schulpflichtig werden, weil sie sonst wertvolle Zeit verlieren. Lange Aufenthalte in Erstaufnahmeeinrichtungen und besonderen Aufnahmeeinrichtungen schaden sehr.
  • Die zügige Verteilung auf die Kommunen ist eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Zugang zu den Regelsystemen der Bildung und Förderung.
  • Für Jugendliche über 16 Jahren sowie junge Volljährige müssen flächendeckend Möglichkeiten zur Beschulung geschaffen werden, damit sie den Schulabschluss erwerben und ihre Ausbildung beginnen können.
  • Ein entscheidendes Hindernis für die schulische Berufsausbildung und ein Studium besteht im Ausschluss junger Geflüchteter vom BAföG und sonstigen Sozialleistungen für den Lebensunterhalt, sodass sie häufig gezwungen sind, ihre Ausbildung abzubrechen. „Besonders problematisch kann die Situation für Asylsuchende sein, die eine schulische Ausbildung beginnen wollen und die genannten ausländerrechtlichen Voraussetzungen für den Bezug von BAföG-Leistungen nicht erfüllen: Da eine schulische Berufsausbildung an den in § 2 Abs. 1 BAföG genannten Schulformen dem Grunde nach förderfähig ist, erhalten Asylsuchende ab dem Ausbildungsbeginn keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach § 2 AsylbLG V. m. SGB XII (sogenannte Analogleistungen; § 22 Abs. 1 S. 1 SGB XII), auch wenn die Voraussetzungen des § 2 AsylbLG (15 Monate Aufenthalt im Inland und keine rechtsmissbräuchliche Beeinflussung der Aufenthaltsdauer) vorliegen.  Sie bekommen also weder Leistungen nach dem BAföG noch Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB XII. Diese Situation wird auch als »BAföG-Falle« bezeichnet.“ (Recht auf Bildung für Flüchtlinge, Barbara Weiser).

            Diese Leistungsausschlüsse müssen dringend vermieden werden. 

  • Mit großer Härte trifft die minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlinge (UmF) mit subsidiärem Schutz der ausgesetzte Familiennachzug. Auch terre des hommes fordert, dass die mit dem Asylpaket II beschlossene Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzbedürftige aufgehoben wird.
  • Große Sorge bereitet uns das kürzlich vom Bundestag aber noch nicht vom Bundesrat beschlossene Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, weil es den Rechtsanspruch auf Hilfe für junge Geflüchtete in Frage stellt. Deshalb fordern wir keine Kürzung der Jugendhilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Wer in betreuten Wohngruppen (§ 34 SGB VIII) statt wie im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz vorgesehen großen Unterkünften mit geringer Betreuung lebt, hat deutlich bessere Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsverlauf und gesellschaftlicher Teilhabe.

            Hilfen für junge Volljährige (§ 41 SGB VIII) müssen vollumfänglich möglich       sein. Sie sind essentiell, um die Erfolge von Schule und Jugendhilfe abzusi      chern.

            Kinderrechte und Kinderschutzstandards müssen für geflüchtete Kinder und   Jugendliche ohne Einschränkung gelten (UN-Kinderrechtskonvention). Sie    brauchen einen besonderen Schutz vor Ausbeutung und Bedrohungen.

  • Die geplante erkennungsdienstliche Behandlung von Kindern und Jugendlichen durch die Polizei in den Erstaufnahmeeinrichtungen lehnen wir ab. Sie gehören sofort nach ihrer Einreise in die Obhut der Jugendämter

 

 

 

 

 

 

Deutsch plus! – Sprachkurse und berufliche Orientierung

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Seit Anfang 2016 bietet AsA im Rahmen von Deutsch plus! regelmäßige Sprachkurse für junge Geflüchtete an. In Kursen auf 6 verschiedenen Niveaus lernen Jugendliche und junge Erwachsene sehr alltagsnah die deutsche Sprache. Auch ein Kurs zur Alphabetisierung läuft, da die meisten geflüchteten Jugendlichen in ihren Ländern eine andere Schriftsprache schreiben. Im letzten Jahr haben 140 junge Geflüchtete an den Kursen teilgenommen. Manche bleiben nur kurze Zeit, da sie dann einen Schulplatz erhalten, andere haben das ganze Jahr über an den verschiedenen Kursen teilgenommen. Auch dieses Jahr sind wieder bis zu 60 Jugendlichen parallel in den verschiedenen Kursen.

Hauptsächlich sind die Teilnehmer*innen Minderjährige, die auf die Zuteilung eines Schulplatzes warten und die Zeit bis dahin nutzen möchten. Aber es werden auch junge Erwachsene unterrichtet, die keine anderen kostenlosen Sprachkursangebote finden und seitens der Kommune keine Angebote erhalten. Einige Teilnehmer*innen besuchen den Kurs parallel zu einem Schulbesuch, einem Praktikum, einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder einer Ausbildung.

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Das Plus von Deutsch plus! liegt in der parallel angebotenen Berufsorientierung. Gemeinsam werden Firmen und Betriebe besichtigt und Ausbildungsmessen besucht. Vor allem wird die Praxis gefördert: So bietet ein Werklehrer einige Stunden pro Woche ein Werkprogramm an. Verschiedene Materialien wie Holz, aber auch Stein werden bearbeitet oder Fahrräder repariert.

Beim Tischlern, Sägen, Bohren und Schrauben oder beim Steinmetzen lernen die Jugendlichen „ganz nebenbei“ wichtige Fachwörter und fassen gleichzeitig Zutrauen zu ihren handwerklichen Fähigkeiten. Zusätzlich haben sie – oft das allererste Mal im Leben – die Möglichkeit, ihre eigene Kreativität zu entdecken und zu entwickeln. Das schafft Selbstvertrauen und Freude im Leben der jungen Geflüchteten, die oft wenig Abwechslung im Alltag haben.

Bei fast allen Kursteilnehmer*innen sind eine sehr hohe Motivation und der Spaß am Lernen offensichtlich.

Ansprechpartnerin für das Projekt: Babette Loewen (Projektleiterin)

 

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Hier ein Link zu einem Artikel im Bonner General Anzeiger über unser Projekt:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bad-godesberg/Ein-erster-Schritt-Richtung-Beruf-article3304974.html

Deutsch plus! wird gefördert von:

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Lieselotte-Peipers-Stiftung
„Bonner helfen Bonnern“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Unser Lernzentrum

Zahlreiche Kinder und Jugendliche, die vor Krieg, Verfolgung und Hunger aus ihren Heimatländern fliehen mussten, leben schon seit Jahren in Deutschland und sind auch sozial integriert. Sie sind aber nur „geduldet“, leben also in der ständigen Angst, abgeschoben zu werden. Seit 2005 wurde die Schulpflicht für Flüchtlingskinder in NRW gesetzlich geregelt, 2008 wurde sichergestellt, dass auch hier „illegal“ lebende Kinder die Schule besuchen können, ohne negative Folgen für sich und ihre Familien befürchten zu müssen.

AsA hilft, sprachliche Barrieren abzubauen und gibt Nachhilfe dort, wo sie nötig oder gewünscht ist.

Lernzentrum

© privat

Die drei Module des Lernzentrums:

1. Individueller Förderunterricht

Der Förderunterricht für junge Flüchtlinge hat das Ziel, individuell auf Defizite einzugehen, die sich bei den jugendlichen Flüchtlingen durch den Quereinstieg in das deutsche Schulsystem ergeben. Dabei wird das spezifische Unterstützungsangebot auf jeden Schüler einzeln abgestimmt. Lernschwierigkeiten sollen erkannt und abgebaut werden.

Für Flüchtlinge mit einem Schulplatz spielt die Verbesserung der deutschen Sprachkompetenz eine große Rolle: Bessere Sprachkenntnisse helfen den Schülern auch in allen anderen Fächern, sich treffender auszudrücken. Dies führt zu besseren schulischen Leistungen in allen Fächern – nicht nur in Deutsch.

Die Förderung findet als Einzelunterricht oder in Kleingruppen durch ehrenamtliche PädagogInnen und StudentInnen statt. Zusätzlich findet eine gezielte Sprachförderung durch regelmäßige Kurse in DaF (Deutsch als Fremdsprache) statt.

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2. Bibliothek und Lerncomputer

Kompetenz in Internetrecherche wird heute in vielen Schulfächern vorausgesetzt – auf dieser Grundlage werden Referate erstellt und Präsentationen erarbeitet. In unserem Lernzentrum gibt es deshalb mehrere Lerncomputer – neben einer Bibliothek mit Lehr – und Lesewerken. Sie stehen allen Ehrenamtlichen und SchülerInnen zur Verfügung. So können die Jugendlichen sich zusätzlich zum Unterricht selbständig Wissen aneignen.

3. Akquise, Fortbildung und Supervision der Ehrenamtlichen

Unser Bedarf an Ehrenamtlichen ist groß. Wir bieten regelmäßig Informationsveranstaltungen für InteressentInnen an. Dort kann man sich gegenseitig kennen lernen und mehr über die Rahmenbedingungen für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei uns erfahren.  Weil wir unsere Ehrenamtlichen bestmöglich unterstützen möchten, bieten wir regelmäßige Gruppensupervisionen, Gesprächsrunden und Fortbildungen (z.B. im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“, „Umgang mit Traumatisierten Flüchtlingen“, „Aufenthalts- und Asylrecht“) an.

Mehr Informationen geben wir Euch / Ihnen gerne telefonisch oder schauen Sie / schaut doch mal in der Geschäftsstelle vorbei!

Das Projekt wird gefördert durch die VR-Bank, Hilfswerk deutscher Zahnärzte, Eusim Stiftung, Heidehof Stiftung, Help sowie dem Lions Club Bad Godesberg.

 

AsA-Bühnenwerkstatt

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Quelle: privat


Unter Leitung von Carmen Martínez Valdés, die auch eine erfahrene Tanzpädagogin ist, konnte zu Beginn des Jahres 2013 Premiere gefeiert werden mit dem von jungen Flüchtlingen selbst geschriebenen Stück „Lebens(t)räume“ – eine Reise durch die Lebensrealitäten junger  Flüchtlinge.

Am 15. März 2013 wurde dieses Stück von 17 jungen Flüchtlingen aufgeführt, weitere Vorstellungen folgten.

„Grenzenlos kochen“

Kochen als Mittel zum Austausch und der Begegnung von jungen Menschen aus ganz unterschiedlichen Länder. Mit diesem Projekt, gefördert von Sterntaler Bonn e.V., haben etwa 20 Jugendliche seit Herbst 2012 jede Woche fünf Stunden in der Küche von AsA eingekauft, geschnippelt, gekocht, gebraten und schließlich gegessen, was in Deutschland, Syrien oder etwa im Kongo so auf den Tisch kommt. Dabei heraus gekommen ist nicht nur eine Menge Spaß, sondern auch ein umfangreiches Kochbuch mit vielen leckeren Rezepten.

Neben dem interkulturellen Austausch, der Förderung von Teamgeist und Fairness diente dieses Kochprojekt auch der Stärkung von Selbstvertrauen und der Verarbeitung von Traumatisierungen. Die Jugendlichen haben gekocht, was sie noch von zuhause her kannten und dabei wurde viel erzählt, sich erinnert und weitergegeben. Das Kochbuch wird derzeit von den Jugendlichen noch einmal überarbeitet und kann dann in der Geschäftsstelle eingesehen werden.

Was ist AsA?

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AsA-Schirmfrau Margie Kinsky
Quelle: privat

Der Verein „Ausbildung statt Abschiebung e.V.“ wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet mit dem Ziel, jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. Derzeit befinden sich 110 junge Flüchtlinge im Alter von 14 bis 27 Jahren in Obhut von Carmen Martinez Valdés, der Leiterin der AsA-Geschäftsstelle. 58 dieser jungen Menschen – überwiegend aus Afghanistan, Irak, Angola oder etwa dem Kongo – sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Frau Valdés wird in ihrer Arbeit unterstützt von einer vollzeitbeschäftigten Mitarbeiterin, vier teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen, vier freien und etwa dreißig ehrenamtlichen HelferInnen.

Die Lebensperspektive jugendlicher, insbesondere unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Deutschland ist unbefriedigend. Diese Menschen haben praktisch keine Chance, einen gesicherten Aufenthaltsstatus zu erhalten. Der ungesicherte Aufenthalt in Verbindung mit den derzeit geltenden Arbeitsbeschränkungen macht es den jungen Flüchtlingen fast unmöglich, einen Ausbildungsplatz zu finden und sich in die Gesellschaft zu integrieren. Denn nur mit dem Abschluss einer qualifizierten Ausbildung haben junge Menschen eine Zukunftsperspektive, sei es in Deutschland oder nach einer möglichen Rückkehr im Herkunftsland.

Geschäftsstelle
Quelle: privat

Ausbildung statt Abschiebung (AsA e.V.) ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein zur Förderung junger Flüchtlinge mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. AsA setzt sich dafür ein, dass junge Flüchtlinge eine Arbeitserlaubnis für die Zeit einer Ausbildung in Deutschland erhalten. Der Verein  finanziert sich ausschließlich aus privaten Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Unter Vorsitz von Karin Ahrens arbeiten derzeit acht Vorstandsmitglieder, ein Supervisor und fast 40 ehrenamtliche Helferinnen für AsA.

Junge Flüchtlinge in Deutschland
Auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung – getrennt von ihren Eltern – leben in Deutschland Tausende junger Flüchtlinge. Ihre Situation ist schwierig. Vor allem minderjährige unbegleitete Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl suchen, haben fast keine Aussichten, anerkannt zu werden. Über Jahre erhalten sie häufig nur kurzbefristete Duldungen. Von Verlängerung zu Verlängerung leben sie in einem ungesicherten Aufenthaltsstatus. Dies führt bei den ohnehin häufig traumatisierten Jugendlichen zu Frustration und Perspektivlosigkeit.

Die Betreuung junger Flüchtlinge, die überwiegend unter 18 Jahre alt sind und ohne ihre Familien hier leben, stellt an das AsA-Team hohe Anforderungen. Immer wieder konfrontieren sich die engagierten MitarbeiterInnen und ehrenamtlichen HelferInnen diesen Fragen:

Welches Vertrauen haben jugendliche Flüchtlinge in unsere Gesellschaft?

Wie können wir helfen, um die sprachliche Verständigung dieser Jugendlichen zu verbessern?

Welche Freundschaften können diese Jugendlichen schließen?

Wie steht es um ihre Psyche, um die Be-/Verarbeitung von Fluchterlebnissen, von erlebter Gewalt oder Willkür?

In welchem Kulturraum und in welchem Sozialraum leben diese Jugendlichen heute und können sie ihn mitgestalten?

Wie werden sie gebildet, ausgebildet, welche beruflichen Möglichkeiten haben sie?

Schirmherr Martin Blachmann
AsA-Schirmherr Martin Blachmann
Quelle: privat

Und vor allem: Wie ist ihre Erfahrung mit der Anwendung des deutschen Rechts und wie gehen sie mit der Unsicherheit um, dass ein wackliger Aufenthaltsstatus grundsätzlich einen Lebensweg unsicher macht?

Juristisch gehören junge Flüchtlinge nicht zum Staatsvolk der Bundesrepublik, aber sie gehören zur Gemeinschaft der Deutschen. Die Bedingungen, wie sie hier leben, wie sie sich angenommen und aufgehoben, gefördert und unterstützt fühlen, gibt Zeugnis darüber ab, wie ernst wir Deutschen es mit unseren demokratischen Grundwerten meinen und wie wir mit unseren Menschenrechten umgehen.

Ich möchte helfen

AsA e.V. ist auf Ihre Hilfe angewiesen, damit wir die vielen Aktivitäten aufrecht erhalten können. Wir sind als gemeinnützig anerkannt und Ihre Spende ist somit absatzfähig. Herzlich willkommen sind uns  neue Mitglieder, die mit Beiträgen oder sogar mit einem ehrenamtlichen Engagement unsere Arbeit unterstützen möchten.

Wir freuen uns auf Ihre Spende unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse an

AsA e.V. , Sparkasse KölnBonn
IBAN DE67 3705 0198 0000 0623 56
BIC COLSDE33

Vielen Dank!

Unsere Projekte

Seit Ende 2010  gibt es in Nordrhein-Westfalen die „Residenzpflicht“ nicht mehr. Flüchtlingskinder können sich nun in NRW frei bewegen, ohne die Behörden informieren oder um Erlaubnis bitten zu müssen. Nach Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention sind die Vertragsstaaten der UN darüber hinaus aufgefordert, das Recht aller Kinder auf Erholung und Freizeitbeschäftigung zu fördern. Leider gilt in Deutschland dieses Recht aber nicht für Flüchtlingskinder, weil sie z.B. nur in Ausnahmefällen an Ferienprogrammen in anderen Bundesländern oder im Ausland teilnehmen dürfen. Um die Kommunikation der jungen Flüchtlinge untereinander und mit ihrem Umfeld zu unterstützen und den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen in einem geschützten Rahmen zu verarbeiten, bietet AsA verschiedene Projekte an. So gibt es etwa eine Bühnenwerkstatt, die verschiedene Tanz- und Theaterstücke probt und aufführt, Lesungen, ein Kochprojekt oder Workshops.

„Ran an die Bewerbung!“

Im Rahmen dieses Projektes wird eine umfangreiche individuelle Unterstützung für den gesamten Bewerbungsprozesses geboten. Dabei erfolgt die Begleitung in den folgenden Punkten:

• Suche eines Schul-, Praktikums-, Ausbildungs-, oder Arbeitsplatzes

• Erstellung einer Bewerbungsmappe

• Einüben von Gesprächssituationen

• Spezifisches Bewerbungstraining

• Findung von Bildungsmaßnahmen

Zusätzlich finden regelmäßige Workshops zur Berufsorientierung und Beruflichen Qualifizierung mit unserer Personaltrainerin statt.

Die Bewerbungsunterstützung findet nach Bedarf und nach terminlicher Vereinbarung statt. Termine bitte unter der Telefonnummer 0228 969 1816 (Mo.-Fr. von 13-18h) vereinbaren.

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse KölnBonn und terre des hommes.

Jobpaten

In diesem Projekt von AsA geht es vor allem um:

  • Qualifizierende Unterstützungsangebote
  • Hilfe bei Bewerbungen
  • Akquise von Ausbildungsplätzen und Praktikumsstellen
  • Ausbildungsbegleitende Gespräche
  • Ansprechpartner für Auszubildende, Lehrer und Ausbilder
  • Ermittlung persönlicher Kompetenzen bzw. Defizite
  • Unterstützung während der Ausbildung

Jobpaten unterstützen die Jugendlichen individuell. Die Betreuung hilft den Jugendlichen, mit den spezifischen Gegebenheit des Berufseinstiegs zurecht zu kommen und dauerhaft einen Ansprechpartner zu haben. Mit dem Paten können ausbildungsbezogene Probleme besprochen und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden. Jobpaten engagieren sich ehrenamtlich.