Pressemitteilung 01/2015

09.02.2015

Vierzig minderjährige Flüchtlinge in Bonn sind seit Monaten ohne Schulplatz

Stadt Bonn verweigert Finanzierung von Sprachförderungsmaßnahmen

Nach mehreren Gesprächen zwischen dem Schulamt und dem Verein Ausbildung statt Abschiebung e.V. (AsA) über eine ersatzweise adäquate Sprachförderung für junge Flüchtlinge in Bonn, die der Schulpflicht unterliegen, aber vom Schulamt keinen regulären Schulplatz zugewiesen bekommen haben, ist diese wichtige Unterstützungsmaßnahme gescheitert.

Am 21.01.2015 erklärten wir uns gegenüber dem Schulamt bereit, von Februar bis Juni 2015 vormittags Schulungen in unseren Räumen durchzuführen. Zielgruppe sind junge Flüchtlinge der Sekundarstufe II. Unsere Zusage machten wir unter der Voraussetzung, dass das Schulamt die Finanzierung der Maßnahme sicherstellt und außerdem prüft, inwieweit den Schülern und Schülerinnen die Fahrkosten durch die Stadt Bonn erstattet werden können.
Für die bisher bei uns betreuten 16 SchülerInnen hatten wir durch Spenden das Schülerticket finanzieren müssen, da einige der Betroffenen über eine Verpflichtungserklärung von Verwandten in Bonn sind und sie somit kein Anrecht auf einen Bonn-Ausweis oder ein Schülerticket haben. Der Bezug eines Schülertickets hängt vom vorhandenen Schulplatz in einer regulären Schule ab.
Am 04.02.2015 erklärte eine Mitarbeiterin des Sozialamtes, dass das Amt nur 4.900 Euro für die gesamte Schulungsmaßnahme zahlen würde, und dies auch nur unter der Voraussetzung, dass die Gesamtfinanzierung 8.810 Euro wie von AsA beantragt gesichert ist. Wobei weder das Sozialamt noch das Schulamt eine Idee haben, wer die so entstehende Finanzierungslücke von 3.910 Euro schließen soll. Mit anderen Worten: Für die Gesamtfinanzierung bzw. für die Suche nach weiteren Sponsoren soll AsA zuständig sein. Wir machten die Mitarbeiterin des Sozialamtes darauf aufmerksam, dass die Sprachförderungsmaßnahme eine klar definierte staatliche Aufgabe ist und es daher auch schwierig sein wird, Sponsoren zu finden.
Bei uns entsteht der Eindruck, dass die Stadtverwaltung – insbesondere das Schulamt – eines ihrer Probleme, nämlich seit Jahren keine adäquaten Schulplätze für Flüchtlingskinder einrichten zu können, zu unserem Problem machen möchte. Eine klar definierte staatliche Aufgabe wird hier auf einen anerkannten Träger der freien Jugendhilfe übertragen, ohne diesen dabei finanziell ausreichend zu unterstützen.
In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Sprachförderung für junge Flüchtlinge mit Schulpflicht bereits in Eigenregie durch private Sponsoren finanziert. Diese werden keine zusätzlichen Kosten mehr übernehmen. Als Lösung des Finanzierungsproblems schlug uns das Sozialamt vor, Ehrenamtliche aus der Freiwilligenagentur zu kontaktieren, damit die Maßnahme mit Ehrenamtlichen kostenneutral für die Stadt Bonn durchgeführt werden kann.
Für die obengenannte Sprachförderung arbeiten wir jedoch ausschließlich mit speziell in Deutsch als Fremdsprache qualifizierten Fachkräften, denn die Zielgruppe sind schulpflichtige Minderjährige mit einem Anspruch auf einen Schulplatz. Ein solches Projekt ehrenamtlich zu besetzen, würde die Kontinuität und Qualität des Unterrichts nicht gewährleisten.
Das Recht auf Bildung, das laut der UN-Kinderrechtskonvention in Art. 28 uneingeschränkte Geltung unabhängig vom Aufenthaltsstatus beansprucht, wird hier in Bonn diesen Flüchtlingskindern verwehrt.

Ihnen wird auf diese Weise ein zentraler Schlüssel zur dauerhaften Existenzsicherung vorenthalten. Die Stadt Bonn verwehrt unbegleiteten und begleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die in NRW ein Recht auf einen Schulplatz haben, zum einen den Zugang zur Bildung, ihre Teilhabe wird beschnitten, ihre soziale Inklusion erschwert und zum anderen werden ihre Zukunftsperspektiven minimiert.

Die EU-Kommissarin für Inneres, Frau Cecilia Malmström, schrieb 2012 bei der Vorstellung der Zwischenbilanz zum Europäischen Aktionsplan für minderjährige Flüchtlinge, dass die Gesellschaft danach beurteilt werde, wie sie mit ihren verwundbarsten Mitgliedern umgehe. Stelle man dabei die Frage, wie wir in unserer Gesellschaft junge Flüchtlinge behandeln, so laute die Antwort, dass dies nicht annähernd so sorgsam geschehe, wie es sein sollte,

Karin Ahrens

Vorsitzende des Vereins Ausbildung statt Abschiebung

P r e s s e m i t t e i l u n g 05/13

21. September 2013

AsA präsentiert die Brüder Sadinam im Bonner Haus der Jugend

Am Freitag, dem 27. September 2013, veranstaltet der Godesberger Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ (AsA e.V.) um 19 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Bonner Spendenparlament e.V. eine Lesung mit den Brüdern Sadinam aus ihrem Buch „Unerwünscht“. Für die Presse besteht die Möglichkeit, an diesem Tag bereits um 18 Uhr persönlich mit den Autoren zu sprechen. Das Haus der Jugend in Bonn, Jugendzentrum der Stadt Bonn, Reuterstraße 100, stellt dankenswerterweise seine Räumlichkeiten für diese Veranstaltung zur Verfügung (www.hausderjugendbonn.de). Der Eintritt ist frei.

„Mit dieser Lesung möchten wir einen Beitrag im Rahmen der Interkulturellen Woche 2013 in Bonn leisten. Wir freuen uns sehr über die großartige Unterstützung des Hauses der Jugend und des Bonner Spendenparlament“, so Karin Ahrens, Vorsitzende von AsA e.V..

AsA wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet mit dem Ziel, jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. Viele dieser jungen Menschen – überwiegend aus Afghanistan, Angola oder etwa dem Kongo – sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Die drei Brüder Mojtaba, Masoud und Milad wachsen im Iran der 80er Jahre als Kinder regimekritischer Eltern auf. Nach einer verbotenen Flugblattaktion wird die Mutter erwischt und muss monatelang untertauchen. Im Sommer 1996 wagt die Familie mit Hilfe von Schleppern die Flucht nach Deutschland. Ohne Geld, Papiere und ohne ein Wort Deutsch zu sprechen landen sie in einem Auffanglager bei Münster. Dann der Schock: Ihr Asylantrag wird abgelehnt, sie werden zur sofortigen Ausreise aufgefordert.

Wie den drei jungen Iranern eine Integration gegen alle Widerstände gelingt in einem Land, das sie nicht haben wollte, davon erzählen sie in ihrem Buch. Es ist die Geschichte einer Suche dreier junger Menschen nach Heimat und Freiheit und eine Geschichte über den Wunsch, dazu zu gehören. Im Anschluss an die Lesung findet eine Diskussion mit den Autoren statt, moderiert von jungen Flüchtlingen, die derzeit von AsA betreut werden.

Die Veranstaltung bildet den Höhepunkt und Abschluss des vom Bonner Spendenparlament mit 1.500,- EUR geförderten AsA-Projektes „Türen für Teilhabe öffnen – langfristige Integration von jungen Flüchtlingen“. Voraus gegangen war die Teilnahme der von AsA betreuten Flüchtlinge an einem Jugendkongress des Bündnisses für Demokratie und Toleranz in Berlin sowie ein AsA-Projekt, in dessen Rahmen sich die Jugendlichen intensiv mit dem Buch „Unerwünscht“ auseinander gesetzt und es gemeinsam gelesen haben.

P r e s s e m i t t e i l u n g 04/13

28. Juni 2013

AsA feiert mit jungen Flüchtlingen das Schuljahrsende

Am Samstag, dem 6. Juli 2013, veranstaltet der Godesberger Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ (AsA e.V.) ab  12 Uhr ein Sommerfest in seinen Räumlichkeiten und im Hof der Friesdorfer Strasse 6. Wie in jedem Jahr möchte AsA mit dieser Feier das Ende des Schuljahres mit den Jugendlichen, aber auch mit Nachbarn, Mitgliedern, Sponsoren und der Presse begehen. Am Nachmittag wird gegrillt, musiziert und später getanzt.

In diesem Jahr werden wieder viele der betreuten Flüchtlinge eine Ehrenurkunde über ihre erfolgreiche Teilnahme an den von AsA angebotenen Deutschkursen erhalten. Geehrt werden aber auch die Schulabsolventen. Gegen 16 Uhr sollen die Ehrengäste und Sponsoren den jungen Flüchtlingen ihre Urkunden überreichen; u.a. die Integrationsbeauftragte der Stadt Bonn, Coletta Manemann, ein Vertreter der Stiftung der VR-Bank Bonn und der Stiftung Deutscher Zahnärzte.

AsA wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet mit dem Ziel, jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. 53 dieser jungen Menschen – überwiegend aus Afghanistan, Angola oder etwa dem Kongo – sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

In dem Zusammenhang möchten wir uns auch ganz herzlich für die großzügige Spende der VR-Bank, der Stiftung Deutscher Zahnärzte, aber auch bei allen anderen Sponsoren von AsA bedanken. Die Arbeit des Vereins – die Betreuung, Schulung, Beratung und Begleitung von derzeit 88 jungen Flüchtlingen, wäre ohne ihre Hilfe nicht möglich.

P r e s s e m i t t e i l u n g 03/13

6. Mai 2013

Luke Mockridge spendiert 15 jungen AsA-Flüchtlingen einen Abend mit Lachgarantie

Glück haben die 15 jungen Teilnehmer der AsA-Bühnenwerkstatt: Auf Einladung von Luke Mockridge können sie seiner Show „I´m Lucky – I´m Luke“ am Donnerstag, dem 9. Mai 2013, in der Springmaus in Bonn-Endenich beiwohnen. Ein Fototermin mit Luke und den Flüchtlingen ist für die Pause (ca. 21.15 h) geplant.

Das Allround-Talent Luke ist das „Sandwich“-Kind zwischen fünf Brüdern und Sohn des Schauspielers Bill Mockridge und der Kabarettistin Margie Kinsky, die seit Beginn dieses Jahres Schirmherrin von AsA ist. Der junge Mockridge spendiert AsA diese Freikarten, weil „ich es einfach geil finde, wie diese Kids versuchen, etwas aus ihrem Leben so machen“, so der 23-jährige Luke. „Wir werden zusammen bestimmt viel Spaß an dem Abend haben“.

Der Godesberger Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ (AsA e.V.) hat im Rahmen seiner Bühnenwerkstatt und mithilfe einer großzügigen Spende von Sterntaler Bonn e.V. und dem Kulturamt der Stadt Bonn ein Theaterstück auf die Bühne gebracht, dass diese 15 jungen Flüchtlinge selbst geschrieben und etwa ein Jahr lang geprobt haben. Die pädagogische Mitarbeiterin Minalda da Silva und die Sozialarbeiterin und Tanzpädagogin Carmen Martínez Valdés werden die Jugendlichen in die Springmaus begleiten. „Wir sind Luke und dem Haus der Springmaus für diese überaus großzügige Spende für unsere Jugendlichen“, so Karin Ahrens, Vorstandsvorsitzende von AsA.

AsA wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet mit dem Ziel, jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. Derzeit befinden sich 88 junge Flüchtlinge im Alter von 14 bis 27 Jahren in Obhut von Carmen Martínes Valdéz, der Leiterin der AsA-Geschäftsstelle. 53 dieser jungen Menschen – überwiegend aus Afghanistan, Angola oder etwa dem Kongo – sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Frau Valdéz wird in ihrer Arbeit unterstützt von vier teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen, vier freien und etwa dreißig ehrenamtlichen HelferInnen.

 

Pressemitteilung 02/13

15. März 2013

„Lebens(t)räume“ – ein Tanztheater von und mit jungen Flüchtlingen in Bonn

Am Freitag, 15 März 2013, wird das Theaterstück „Lebens(t)räume – eine Reise durch die Lebensrealitäten junger Flüchtlinge um 19 Uhr in „Maria-im-Walde“ (Kaiser-Karl-Ring 10 in Bonn) seine Premiere feiern. Die Presse hat die Möglichkeit, der Generalprobe am gleichen Tag um 16.30 h im Marienheim bei zu wohnen. Eine zweite Aufführung gibt es am Samstag, 23. März, um 20 Uhr in der „Bühne der Kulturen“ in der Platenstr. 32 in Köln-Ehrenfeld. Die Eintrittskarten sind (8,-/4,- EUR ermäßigt) bei der AsA-Geschäftsstelle (s. unten) oder an der Abendkasse erhältlich.

Der Godesberger Verein „Ausbildung statt Abschiebung“ (AsA e.V.) konnte dieses Freizeitprojekt im Rahmen seiner Bühnenwerkstatt mithilfe einer großzügigen Spende von Sterntaler Bonn e.V. und dem Kulturamt der Stadt Bonn realisieren. Seit Beginn des Jahres 2012 probten insgesamt 14 Jugendliche jede Woche gemeinsam mit der pädagogischen Mitarbeiterin Minalda da Silva und der Sozialarbeiterin und Tanzpädagogin Carmen Martínez Valdés. Das von den jungen Flüchtlingen selbst geschriebene Theaterstück vereint traditionelle und moderne Tanzchoreografien aus den verschiedenen Herkunftsländern der jungen Flüchtlinge mit klassischen und modernen Theaterszenen. Elf Tänzer und Schauspieler sowie drei Licht-, Tontechniker und Bühnenbildner zeigen in ihrem etwa 75-minütigem Theaterstück ihr Können.

„Mit diesem Theaterstück konnten wir dank der Unterstützung durch Sterntaler und dem Bonner Kulturamt die Jugendlichen dabei unterstützen, ihre Persönlichkeit und ihre Selbstwahrnehmung durch die körperlichen Erfahrungen auf der Bühne zu entfalten“, so Karin Ahrens, Vorsitzende von AsA.

Lebens(t)räume stimmt nachdenklich, berührt, aber besticht auch durch ein hohes Maß an Kreativität und Optimismus; die Zuschauer dürfen sich auf einen anregenden Abend freuen.

AsA wurde im Jahr 2001 als gemeinnütziger Verein in Bonn gegründet mit dem Ziel, jungen Flüchtlingen eine Anlaufstelle zu sein, wo sie sich frei äußern, weiterbilden und sich als Teil der deutschen Gesellschaft erleben können. Derzeit befinden sich 88 junge Flüchtlinge im Alter von 14 bis 27 Jahren in Obhut von Carmen Martínes Valdéz, der Leiterin der AsA-Geschäftsstelle. 53 dieser jungen Menschen – überwiegend aus Afghanistan, Angola oder etwa dem Kongo – sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Frau Valdéz wird in ihrer Arbeit unterstützt von vier teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen, vier freien und etwa dreißig ehrenamtlichen HelferInnen.