Spitzenkandidatin der Grünen zu Besuch bei AsA

Sie wollte sich ansehen, wie AsA für geflüchtete Jugendliche arbeitet: Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin der Grünen bei der diesjährigen Bundestagswahl. Zusammen mit ihr kamen weitere hochrangige Vertreter*innen der Grünen, die sich für die Themen Flüchtlingspolitik und Kinderrechte engagieren: die Bonner Landtagskandidat*innen der Grünen – Doro Schmitz und Tim Achtermeyer – sowie die stellvertretende Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, Katja Dörner.

Doro Schmitz, Toupé Djallo, Katrin Göring-Eckardt, Sara Ben-Mansour, Katja Dörner, Bastian Zillig, Wasseem Daulatzi, Tim Achtermeyer

Das große Interesse an AsA zeigt, welch hohen Stellenwert die Partei Bündnis90/Die Grünen auf Bildungschancen für Flüchtlinge legt. Zitat Katrin Göring-Eckardt:

Die Integration der Geflüchteten ist kein Selbstläufer. Aber sie ist Aufgabe und Anspruch eines humanen Deutschlands. Sie ist eine Chance für mehr Wohlstand für alle und ein echter Job-Motor. Mehr Lehrerinnen und Lehrer, mehr Kita-Plätze, mehr günstige Wohnungen – davon werden alle etwas haben, auch die, die wenig verdienen.
(Quelle: www.goering-eckardt.de)

Toupé Djallo aus Guinea schilderte seine derzeitige Situation: Er hat eine Ausbildung angefangen, bekommt aber seinen Aufenthaltsstatus für die Dauer der Ausbildung nicht zuerkannt, obwohl er alle Voraussetzungen erfüllt, um diese sogenannte „Ausbildungsduldung“ zu erhalten.  Wer denn die Kosten für juristische Beratung und Vertretung durch einen Rechtsanwalt finanziere, wollte Göring-Eckart wissen. Er selbst, sagte Toupé, in Raten habe er schon mehrere hundert Euro abbezahlt.

 

Toupé Djallo, Katrin Göring-Eckardt

Wasseem Daulatzi aus Afghanistan darf in Deutschland bleiben. Er kam vor fünf Jahren aus Afghanistan. Sein Problem war die Wohnsituation: zusammen mit seinem damals ebenfalls minderjährigen älteren Bruder musste er drei Monate in einem Obdachlosenasyl nächtigen.  Zusammen mit viel älteren Männern, die viel Alkohol konsumierten und auch andere Drogen nahmen. Dann kam er für weitere drei Monate in ein Asylbewerberheim, bevor er endlich einen Platz in einer Jugendeinrichtung bekam. Schwer war das für ihn, denn morgens musste er wie alle anderen Kinder früh aufstehen und in die Schule gehen. Egal, wie seine Nacht gewesen war.

Wie sehen denn die Bedürfnisse von geflüchteten Kindern und Jugendlichen aus, wollte Göring-Eckardt wissen: Unterscheiden sie sich von denen deutscher Kinder, die hier in einer Jugendeinrichtung untergebracht sind? Er würde sich mehr Zeit von den Betreuern wünschen, sagte Wasseem, der inzwischen sehr gut Deutsch spricht und eine Ausbildung macht.

Wasseem Daulatzi

Der Leiter des Ehrenamtszentrum, Bastian Zillig, und die Leiterin des Hit-Bewerbungszentrums, Sara Ben-Mansour, sprachen die aktuellen Schwierigkeiten an, mit denen die Mitarbeiter*innen von AsA bei ihrer alltäglichen Arbeit zu kämpfen haben:
– Die Ausbildungsduldung wird nicht erteilt, obwohl die Voraussetzungen dafür erfüllt sind
– Die Jugendhilfe endet mit dem 18. Geburtstag oder kurz danach
– Geflüchtete Jugendliche aus Afghanistan werden im Schnellverfahren abgelehnt
– Die Diskussion um sogenannte „hohe“ oder „niedrige“ Bleibeperspektive (was kein juristischer Begriff ist) vermindert die Chancen von Jugendlichen aus bestimmten Ländern auf einen Schulbesuch oder eine Ausbildung in Deutschland
– Die Zahl der Schulplätze in Bonn ist zu gering, die Wartezeit beträgt oft Monate und oft werden die Schulplätze nicht bedarfsgerecht zugewiesen
– Die Finanzierung der AsA-Projekte erhält wenig finanzielle Unterstützung durch die Stadt Bonn, obwohl staatliche Aufgaben – wie die Erteilung von Deutschunterricht, bis ein Schulplatz verfügbar ist – stattfindet
– Die Beratungsangebote für geflüchtete Jugendliche in Bonn sind nicht ausreichend.

Man müsse die Infrastruktur für Beratung und Begleitung der geflücheten Jugendlichen verbessern, so das Fazit von Göring-Eckart, damit man besser als in den Jahren 2015/16  auf steigende Flüchtlingszahlen vorbereitet sei und die Unterbringung und Integration besser gewährleistet sei. Katja Dörner fügte hinzu, dass sie persönlich und ihre Fraktion sich dafür einsetzen werden, dass geflüchtete Jugendliche in Jugendeinrichtungen zusammen mit deutschen Jugendlichen untergebracht werden, um ihnen das Ankommen und die Integration in Deutschland zu erleichtern.

Katja Dörner und Toupé Djallo

 

 

 

 

Phineo-Spendensiegel für AsA

Am 26.04.2017 wurde das „Hit-Bewerbungszentrum“ von Ausbildung statt Abschiebung (AsA) e.V. mit dem Wirkt-Siegel des unabhängigen Analysehauses PHINEO ausgezeichnet – für seine besonders wirkungsvolle Arbeit, junge Menschen beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen.

Gruppenbild auf der Phineo Wirkt-Siegel-Verleihung in Berlin,  vordere Reihe 2.v.li.:
Sara Ben-Mansour, Projektleiterin Hit-Bewerbungszentrum, dahinter: Irmgard Cipa, Vorstandsmitglied von AsA e.V.

PHINEO ist ein gemeinnütziges Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement. Ziel ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken. Mit Wirkungsanalysen, einem kostenfreien Spendensiegel, Publikationen, Workshops und Beratung unterstützt PHINEO gemeinnützige Organisationen und InvestorInnen wie Stiftungen oder Unternehmen dabei, sich noch erfolgreicher zu engagieren. www.phineo.org

 

Dr. Andreas Schmidt, Analyst, PHINEO gAG, Sara Ben-Mansour, Irmgard Cipa und Caroline Wetzke, Analystin, PHINEO gAG, bei der Überreichung des Spendensiegels

 

Warum darf ich nicht Polizistin werden?

 
Moderatorin Dr. Ebba Hagenberg-Miliu, Somayeh, Ghulam, Waseem und Migena
Geflüchtete Jugendliche diskutierten am 5.4.2017 mit Bonner Landtagskandidat*innenauf einer Veranstaltung von AsA und EMFA
im Haus Migrapolis

Polizistin möchte sie werden, sagt die sechzehnjährige Schülerin Somayeh aus dem Iran. Aber es scheint nicht zu gehen. Sie hat nicht die deutsche Staatsbürgerschaft – das ist der Grund, glaubt sie. Aber vielleicht gibt es doch eine Lösung für sie. Sie solle doch direkt bei der Polizei vorsprechen, rät Michael Aggelidis, Landtagskandidat der Linken. Dort gibt es Ausbildungsberater, an einen solchen sollte sie sich wenden. Keine Antwort bekommt Somayeh auf ihre Frage, wann ihre Familie nach Deutschland kommen darf und ob sie selbst ganz sicher bleiben kann. Diese Frage könne man nicht sicher beantworten, ist die einhellige Meinung des siebenköpfigen Podiums. Dort sitzen Peter Kox (SPD), Tim Achtermeyer (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Deus (CDU), Michael Aggelidis (Die Linke), Franziska Müller-Rech (FDP), Michael Wisniewski (Piraten) sowie Carmen Martìnez Valdés (Fachreferentin für Flüchtlingsarbeit des Paritätischen NRW). Die Moderation der Veranstaltung lag in den kompetenten Händen von Dr. Ebba Hagenberg-Miliu. Sie stellte die Podiumsteilnehmer*innen und die Jugendlichen kurz vor, dann ging es gleich weiter mit den Fragen der jungen Flüchtlinge.

Peter Kox (SPD), Guido Deus (CDU), Franziska Müller-Rech(FDP), Tim Achtermeyer (Bündnis90/Die Grünen), Michael Aggelidis (Die Linke), Michale Wisniewski (Piraten), Carmen Martinez-Valdes (Paritätischer NRW)
Kein Studium für Migena?

Migena, die aus Albanien stammt, macht gerade eine Ausbildung, allerdings nicht in ihrem Traumberuf. Das Abitur hat sie auch. Aber sie darf nicht studieren. Nach Abschluss ihrer Ausbildung muss sie zwei Jahre im jetzt gewählten Beruf weiterarbeiten. So sei das geltende Gesetz, erläuterte Carmen Martìnez Valdés (Fachreferentin für Flüchtlingsarbeit des Paritätischen NRW).Das Studienverbot von Migena ist erst einmal begründet durch die „3 plus 2 –Regelung“ – sie besagt, dass Flüchtlinge nach der dreijährigen Ausbildung noch mindestens zwei Jahre in ihrem Beruf weiterarbeiten müssen. Doch auch danach wird es für Migena schwer sein, denn sie müsste ihren Lebensunterhalt während ihres Studiums selbst finanzieren, und das wird sie vermutlich nicht können. Sie wünscht sich von den Landtagskandidat*innen, dass sich diese Gesetze ändern, denn gut ausgebildete und integrierte Flüchtlinge sind doch ein Gewinn für die Gesellschaft. Aber niemand auf dem Podium kann ihr zusichern, dass ihr Traum vom Studium in Erfüllung gehen wird.

 

Waseem, Somayeh, Migena und Ghulam

 

Waseem aus Afghanistan brachte die Diskussion richtig in Fahrt. Was machen die Parteien, um Fluchtursachen in den Herkunftsländern der Geflüchteten zu bekämpfen? Peter Kox von der SPD sagt, dass man ganz klar vor Ort Verantwortung übernehmen muss. So gibt es Städte im Grenzgebiet zu Konfliktregionen, die genau so viele Flüchtlinge wie Einwohner beherbergen. Bislang klappt das, aber man muss diese Gemeinden unterstützen. Guido Deus von der CDU fragt: Wo sind die Grenzen von militärischem Eingreifen und Politik? In Afghanistan seien sowohl die USA, Russland als auch Deutschland als Weltpolizei gescheitert.

Unser alltägliches Handeln hat Auswirkungen auf Flucht und Migration

Tim Achtermeyer von Bündnis 90/Die Grünen fügte hinzu, die Konflikte in Afghanistan und Syrien so kompliziert seien, dass er dazu keine Lösung anbieten könne. Allerdings sei seine Partei überzeugt davon, dass im Denken aller Menschen ankommen muss: Unser alltägliches Handeln hat Auswirkungen auf Flucht und Migration. Der Klimawandel, hauptsächlich ausgelöst durch westliche Industrien, führt zu Dürre und Überschwemmungen anderswo auf dem Planeten. Auch der Import von Lebensmitteln zu Dumpingpreisen führt dazu, dass bäuerliche Gesellschaften verarmen und vor Ort nicht mehr genügend Anbaufläche für die eigene Bevölkerung zur Verfügung steht.

Tim Achtermeyer(Bündnis 90/Die Grünen), Micheal Aggelidis (Die Linke),
Michael Wisniewski (Piraten)

Ghulam aus Afghanistan fragte, wie die Landtagskandidaten zur gängigen Anhörungspraxis im Asylverfahren stehen. So solle man derzeit am besten mit Fotos oder Videos beweisen, warum man geflohen sei. Aber es sei unmöglich, Dokumente aus der Heimat mitzubringen, wenn man auf der Flucht ist und nicht einmal weiß, ob man diese überleben wird. Franziska Müller-Rech von der FDP sagte, bei dieser Vorstellung stellten sich ihre Nackenhaare auf: Entwürdigend findet sie dieses Vorgehen. Sie habe den Eindruck, hier würde auf eine Ablehnung hin geprüft. Auf Waseems Frage, wieso denn viele geflüchtete Jugendliche keinen Schulplatz bzw. keinen Deutschkurs bekämen, sagte Müller-Rech, ihr Standpunkt sei, dass alle Flüchtlinge sofort eine Arbeitserlaubnis bekommen sollten und geflüchtete Kinder und Jugendliche umgehend einen Schulplatz. Das wäre das beste Mittel zur Integration. 

Schulpflicht bis 28 Jahre erweitern

Michael Wisniewski von den Piraten vertrat den Standpunkt, dass eine bessere Regelung geschaffen werden muss, um geflüchteten Jugendlichen eine Schulausbildung zu ermöglichen. Er plädierte dafür, den Anspruch auf einen Schulplatz auf Heranwachsende bis 21 Jahren auszuweiten. Für die zusätzlichen Schulplätze und Sprachkurse müsse das Land NRW dann unbedingt das entsprechende Geld bereitstellen. Tim Achtermeyer von Bündnis 90/Die Grünen forderte sogar, die Schulpflicht für Flüchtlinge bis zum Alter von 28 Jahren zu erweitern.

Die Veranstaltung endete mit Fragen aus dem zahlreich erschienenen Publikum.

 

 

 

 

 

 

 

Benefizkonzert von Black und Pit

Ein schönes Scherflein für AsA

von Clemens Wortmann

Bis auf den letzten Klappstuhl war die Bonner Altstadtbuchhandlung in der Breite Straße bei einer Benefizveranstaltung für den Verein Ausbildung statt Abschiebung am 30. März gefüllt. Lothar „Black“ Lechleiter und Pit Klein sangen und rezitierten Texte des unvergessenen Wortakrobaten und Malers Fritz Graßhoff.

„Black und Pit“

Unter Verweis auf den wohltätigen Zweck begann Gitarrist und Sänger Lechleiter, der in den 70er Jahren als Teil des Duos Schobert & Black die größten Konzertsäle in Deutschland füllte, den kurzweiligen Abend mit dem Bänkellied „Das Scherflein“. Doch während Graßhoff dort einen Zyniker verspottet, der nur einen Hosenknopf in die Spendenbüchse wirft, kamen bei dem Buchladenkonzert etliche Euroscheine zusammen, die nun der Arbeit von AsA zugutekommen.

Wie notwendig und sinnvoll die Verwendung dieses Geldes ist, erläuterte Vorstandsmitglied Irmgard Cipa in einer kurzen Einführung. Sie zitierte einen der jungen Flüchtlinge, die AsA betreut und der deutlich macht, wie wichtig die Beratung, die Hilfe beim Finden eines Schulplatzes, die Unterstützung beim Lernen an der Abendrealschule  sowie die Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz für ihn sind. „Dabei können wir immer nur von Jahr zu Jahr planen, weil unsere Vereinsarbeit überwiegend von Spenden und Projektfinanzierern abhängig ist“, sagte Irmgard Cipa.

Zum karitativen Zweck passten die künstlerischen Inhalte des Abends: Auch Graßhoff (geboren 1913), dessen süffisante Texte die Barden der aufmüpfigen Generationen in den späten 60ern und 70ern immer wieder aufgriffen, vertonten oder verlasen, interessierte sich vor allem für die Menschen am Rande der Gesellschaft. Diese liefern den Stoff für das Lästern über die Obrigkeit oder lustige Adaptionen antiker Spottlieder. Abgerundet wurde das Programm durch Originaltoneinspielungen von Fritz Graßhoff, die Blacks neuer Vortragspartner, der langjährige Rundfunkjournalist Pit Klein, mitbrachte. Er hatte den ausgewanderten Künstler in dessen letzten Lebensjahren im kanadischen Québec mehrfach besucht, bevor dieser 1997 verstarb.

Links zu Graßhoff-Texten:

http://lyrics.wikia.com/wiki/Pit_Klein

http://lyrics.wikia.com/wiki/Schobert_%26_Black:Das_Scherflein

 

Delegation aus Estland, Lettland, Litauen, Kroatien und Bosnien bei AsA

Fachleute aus den baltischen Staaten sowie Kroatien und Bosnien und Herzegowina bei AsA

Am 02. März 2017 besuchte eine buntgemischte Delegation aus den Baltischen Staaten
sowie Kroatien und Bosnien und Herzegowina unsere Geschäftsstelle. Der Großteil der rund 30 Teilnehmer*innen arbeitet in Behörden, die sich mit Flüchtlings- und Integrationspolitik befassen. Es waren aber auch Mitarbeiter*innen von NGOs -also Nichtregierungsorganisationen- dabei. Sie wollten erfahren, wie wir von AsA junge Flüchtlinge unterstützen und wie unser Verein aufgebaut ist.

Ehrenamtlicher Sektor erst im Entstehen

Der Großteil der Arbeit bei AsA e.V. wird von Ehrenamtlichen geleistet. Das ist in den Baltischen Staaten kaum denkbar. Vor allem die große Gruppe der Ruheständler, die in Deutschland einen großen Teil ehrenamtlicher Arbeit schultert, ist in diesen Ländern nicht aktivierbar. Die Renten sind so niedrig, dass die meisten Erwerbstätigen möglichst lange arbeiten. Wenn ihr Erwerbsleben dann endet, sind sie nicht mehr in der Lage oder willens, ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen. Quer durch die Bevölkerung überwiegt die Meinung: Jegliche Form von Arbeit muss bezahlt werden. Das ändert sich nur langsam. Am ehesten sind junge Leute zu ehrenamtlichem Engagement bereit.

Ein weiterer Unterschied in der Arbeit mit Flüchtlingen ist, dass sie kaum zu motivieren sind, die lokalen Sprachen zu lernen. Fast alle haben als Ziel, sich nach Schweden, Norwegen oder Deutschland durchzuschlagen. So haben sie weder ein Interesse, Estnisch, Lettisch oder Litauisch zu lernen noch, sich in die dortigen Gesellschaften zu integrieren.

Organisiert wurde das Treffen mit der Delegation vom Verein Vesbe e.V.  (Verein für Europäische Sozialarbeit, Bildung und Erziehung e.V. )  aus Hennef.

Link zum Verein Vesbe e.V.

 

 

Erst reparieren, dann fahren

Fahrradwerkstatt des Öko-Referates der UNI Bonn spendete Fahrräder

 

Die Aktion fand auf Einladung des Öko-Referates der Uni Bonn statt. Das Angebot an unsere Jugendlichen: Sie durften gespendete Fahrräder übernehmen und sie direkt in der AStA-Fahrradwerkstatt reparieren. Am 16.12.2016  war es dann soweit: Wir waren mit einer Gruppe junger Geflüchteter, die bei AsA im Rahmen des Projektes Deutsch plus! Deutschkurse besuchen,  in der Fahrradwerkstatt des AStA. Die Teilnehmer haben dort mit großem Engagement die gespendeten Fahrräder fahrtüchtig und verkehrssicher repariert. Dabei wurden sie sehr nett durch zwei bei der Fahrradwerkstatt angestellte Studenten unterstützt.

Eine tolle Kooperation, für die wir uns herzlich bedanken!


 

Jetzt erschienen: Handbuch „Neu in Deutschland“

Im vergangenen Jahr haben wir auf dieser Seite schon darauf hingewiesen, aber jetzt erst ist es zum Download freigegeben worden: Das Handbuch „Neu in Deutschland“, das in einfacher Sprache geschrieben ist. Es soll Flüchtlingen eine Orientierung im deutschen Alltag bieten.  Verfasst wurde es von Isabelle Janai und Marie Hausmann während ihres Praxisprojekts “Gemeinsam Türen öffnen“ . Im Rahmen ihrer Masterarbeit auf dem Fachgebiet Rehabilitationswissenschaften haben sie das Handbuch weiter entwickelt.

Die Broschüre „Neu in Deutschland“ entstand nach langen Gesprächen mit jungen Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern und soll ihnen Hilfe für das alltägliche Leben bieten. Es gibt Tipps für das richtige Verhalten in Deutschland. Dazu Themen wie Medien, Freizeitgestaltung, Alltagsleben und Feiertagsbräuche – Weihnachten kennen viele Flüchtlinge nicht. Auch Erlebnisse der jungen Flüchtlinge im deutschen Alltag finden sich in der Broschüre wieder.

Hier kann man das Handbuch kostenlos downloaden:

Neu in Deutschland 1. Auflage

Ein wichtiger Hinweis an alle, die das Handbuch vor dem 11.02.2017 hier heruntergeladen haben: Bitte erneut herunterladen, unter dem obenstehenden Link findet Ihr die aktualisierte Version.

Marie Hausmann

 

 
Isabelle Janai

Miteinander in NRW

Am 21.11.2016 machten wir uns mit einer kleinen AsA-Delegation auf nach Düsseldorf zu der Veranstaltung „Miteinander in NRW.“  Die Veranstaltung, organisiert von der Friedrich-Ebert-Stiftung, war mit rund 800 Gästen der festliche Abschluss einer Dialogreihe, die im vergangenen Jahr in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens Halt gemacht hat, um vor Ort in den Kommunen relevante Themen der Geflüchteten- und Integrationsarbeit zu erörtern.

Als besondere Gäste waren an diesem Abend in Düsseldorf: Die Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Schalkes Vereinsbotschafter und Antirassismus-Aktivist Gerald Asamoah sowie Quarks und Co. Erfinder und Moderator Ranga Yogeshwar, der in Hennef tatkräftig bei der Betreuung von Geflüchteten aushilft.

Roni Hussain aus Syrien, 17 Jahre, überreicht unser ASA-Tshirt an Gerald Asamoah, der auf Schalke immer nur kurz „Asa“ gerufen wurde.
Roni Hussain aus Syrien, 17 Jahre, überreicht unser ASA-Tshirt an Gerald Asamoah

Stolz konnte Roni Hussain, 17 Jahre aus Syrien, unser ASA-Tshirt an Gerald Asamoah überreichen, der auf Schalke immer nur kurz „Asa“ gerufen wurde. Wir hoffen ihn bald einmal nach Bad Godesberg einzuladen! Am Basar der Möglichkeiten stand Roni schließlich unterschiedlichen Interessierten Rede und Antwort.

Auch Hannelore Kraft sah bei uns vorbei, bekam ebenfalls ein ASA-Tshirt überreicht, und erzählte uns, dass sie mit Papst Franziskus über unbegleitete junge Geflüchtete gesprochen hätte und dass da noch mehr geschehen müsse.

Unterstützt wurden wir am Stand vom aserbaidschanischen Journalisten und Komponisten Elmir Mirzoyev, der derzeit in der Erstaufnahmestätte Ahlen bzw. in Bonn auf seinen Transfer nach Köln wartet.  Besonders waren die Gespräche mit Jochen Geisler, einem pensionierten Metalbauer, der gerne eine Initative mit dem Namen Michelangelo ins Leben rufen möchte, in der bereits 14-jährige Geflüchtete erste Berufserfahrungen sammeln könnten. Zudem suchte uns Rüdiger Schleuter von den Henkel-Werken auf. Herr Schleuter leitet dort die Betriebsfeuerwehr und würde sich über Geflüchtete freuen, die sich auf ein Praktikum bewerben und die Ausbildung zum Betriebsfeuerwehr anstreben.

Dies ist ein Bericht von Daniel Schreiner, einem Beiratsmitglied von AsA

Willkommenstag bei AsA

Am 5. November 2015 fand der erste Willkommenstag in den Räumen unserer Geschäftsstelle statt. Jugendliche, die neu zu uns gefunden haben, wurden bei einem gemeinsamen Frühstück vom AsA-Team begrüßt und über die Angebote unseres Vereins informiert.

Außerdem wurde die Broschüre „Neu in Deutschland“ vorgestellt, die unsere Mitarbeiterinnen Marie Hausmann und Isabelle Janai entwickelt haben. Beide studieren Rehabilitationswissenschaften, die Broschüre ist ein selbst gewähltes Projekt im Rahmen ihres Studiums.

In leicht verständlichen Sätzen und in einfacher Sprache soll die Broschüre jugendliche Flüchtlinge in Bonn und Umgebung im Allltagsleben unterstützen. Diese vereinfachte Sprache wird vom „Netzwerk Leichte Sprache“ neu entwickelt und ist für Flüchtlinge äußerst hilfreich. Denn bislang scheitert es häufig schon an den schwer verständlichen Beschreibungen, dass Flüchtlinge Hilfsangebote überhaupt verstehen und sie dann tatsächlich nutzen können.

Die Broschüre „Neu in Deutschland“ entstand nach langen Gesprächen mit jungen Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern und soll ihnen Hilfe für das alltägliche Leben bieten. Es gibt Tipps für das richtige Verhalten in Deutschland. Dazu Themen wie Medien, Freizeitgestaltung, Alltagsleben und Feiertagsbräuche – Weihnachten kennen viele Flüchtlinge nicht. Auch Erlebnisse der jungen Flüchtlinge im deutschen Alltag finden sich in der Broschüre wieder.

Marie Hausmann und Isabelle Janai


Die PDF-Version können Sie in Kürze auf unserer Homepage herunterladen.

 

Hier der Link zu einem Bericht im Bonner General-Anzeiger:
godesberg/Neu-in-Deutschland-Kein-Problem-article3398063.html

2. Beethovenpreis-Verleihung am 17. Dezember 2016

Im vergangenen Jahr war der syrische Musiker Aeham Ahmad der erste Preisträger des neu geschaffenen Beethoven-Preises. Die Reinerlöse des Benefizkonzertes anlässlich der Preisverleihung gingen an unseren Verein. Dafür danken wir noch einmal sehr herzlich und freuen uns, die diesjährige Preisverleihung anzukündigen:

Das Festkonzert mit  der Beethovenpreisverleihung an den türkischen Pianisten und Komponisten Fazil Say findet statt:

Samstag, 17. Dezember 2016, 17.00 Uhr in der Kreuzkirche Bonn

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Zum zweiten Mal wird der Internationale Beethovenpreis für Verdienste um Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion von der Beethoven Academy verliehen.

Fazil Say setzt sich seit vielen Jahren für die kulturelle Verständigung zwischen dem Orient und dem Westen, zwischen der Türkei und Europa ein. Er wurde in der Türkei wegen „Verunglimpfung religiöser Werte“ verurteilt. Die EU ernannte ihn zum Botschafter des interkulturellen Dialogs. Der von Torsten Schreiber und Andreas Loesch initiierte Menschenrechts-Preis der Beethoven Academy, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird von der Kölner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Solidaris gesponsert und im Rahmen eines Benefizkonzertes für Basisprojekte der Academy in der Bonner Kreuzkirche verliehen. Mitwirkende sind Künstler der Academy wie der syrische Musiker Aeham Ahmad – bekannt für sein Klavierspiel auf den Strassen von Damaskus -,  der palästinensische Pianist Karim Said, der syrisch-armenische Musiker Ibrahim Qeivo,  der Chor Bonn Voice, die Pianisten Luisa Imorde sowie zahlreiche weitere musikalische Gratulanten aus der Türkei und aus anderen Ländern.

Tickets bei den Vorverkaufsstellen von Bonnticket