Beratungszentrum

 tb_20160215_46tb_20160215_21


 

Für minderjährige und jugendliche Flüchtlinge ist es besonders schwierig, sich in Deutschland zurecht zu finden. Wir bieten ihnen Beratung in Fragen des Aufenthaltsrechts, Sozialrechts und zu Alltagsfragen (Schule, Wohnung, medizinische Versorgung und Ähnliches) an. Anfangs sprechen die jungen Flüchtlinge kaum Deutsch. Unser Fachpersonal kann die Beratung deshalb auf Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Türkisch und Arabisch durchführen. Auch ehrenamtliche Dolmetscher für Persisch unterstützen uns in unserem Beratungszentrum.


Müssen die Jugendlichen zum Ausländeramt oder zu anderen Behörden, werden sie von uns begleitet, wenn dies nötig ist.

Einige Jugendliche haben Privatpersonen als Vormünder, welche diese Begleitung übernehmen. Aber auch sie haben häufig Fragen zum deutschen Ausländer- und Sozialrecht. Unser Beratungszentrum dient deshalb auch als Kontaktstelle für private Vormünder.

 

Minderjährige Flüchtlinge leben in Deutschland in einem besonderen Spannungsverhältnis: Zwischen der Pflicht des Staates, minderjährige Flüchtlinge zu schützen einerseits und den eher strengen ausländerrechtlichen Bestimmungen andererseits, die oft keinen Schutz vor Abschiebung bieten.

 

Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Sie verpflichtet die Vertragsstaaten zu Schutz und Hilfe für minderjährige Flüchtlinge. Das Sozialgesetzbuch (SGB VIII) enthält ebenso einen Schutzauftrag und legt zugleich fest, welcher Förderanspruch für junge Menschen besteht.

 

 

Parallel dazu aber führen ausländerrechtliche Bestimmungen dazu, dass die Regelungen des SGB VIII nicht in vollem Umfang greifen. So fehlt immer noch eine rechtliche Klarstellung, die eindeutig regelt, dass alle unter 18jährigen unbegleiteten Flüchtlinge vollständig unter den Regelungskreis des SGB VIII fallen und nicht unter die strengeren ausländerrechtlichen Bestimmungen.

 

 

Zwar legt §42, Abs. 1, Nr. 3 SGB VIII die Inobhutnahme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge fest, die Praxis jedoch sieht in den meisten Fällen ganz anders aus.

 

 

AsA berät die Jugendlichen in einem persönlichen Gespräch über alle Fragen des Aufenthalts- oder Asylrechts oder begleitet Gespräche mit der Schule, dem Betreuer oder dem Vormund.

 

tb_20160215_49

 

In den letzten Monaten haben wir festgestellt, dass insbesondere ehrenamtliche Vormünder (oft Familienangehörige der Minderjährigen) unsere Beratung aufsuchen und um Unterstützung bitten. Aus dieser Bedarfssituation heraus soll im Rahmen des Beratungszentrums – zusätzlich zur Einzelberatung –  eine Schulungsreihe für ehrenamtliche Vormünder angeboten sowie eine Gruppe ehrenamtlicher Vormünder ausgebildet werden, auf die das Jugendamt bzw. das Familiengericht bei Bedarf zurückgreifen kann.

 

 

 

Ein weiterer besonderer Meilenstein von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland ist der Eintritt ihrer Volljährigkeit. Sobald sie 18 Jahre alt werden, entfällt die unterstützende Vormundschaft, und auch aufenthaltsrechtlich können sie nicht mehr durch die UN-Kinderrechtskonvention geschützt werden. Sie stehen also vor vielen Entscheidungen, die sie alleine treffen müssen. An diesem Punkt soll ein neues Projekt ansetzen, in dem wir mit einem Übergangsmanagement die Jugendlichen in ihre Selbstständigkeit begleiten möchten.

Das Beratungszentrum wird gefördert von:

Land NRW