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AsA bedankt sich mit Ostergruß bei den Mitarbeitern der Deutschen Welle

Am 26.03. haben sich die Vorsitzende Karin Ahrens und Vorstandsmitglied Camilla Heynen mit einem Ostergruß bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Welle bedankt. Im Dezember 2014 hatten diese 160 Kinder und Jugendliche des Vereins beschenkt. Der „Ostergruß“ bestand aus einem mit Dankesbriefen geschmückten Baum.  Der DW-Pressesprecher Christoph Jumpelt und die DW-Veranstaltungsmanagerin Claudia Fuchs nahmen den Baum entgegen. Er wurde über die Ostertage im Foyer der Deutschen Welle aufgestellt.

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Folgender Artikel erschien im Intranet der Deutschen Welle:DW_Artikel_im_Intranet

Pressemitteilung 01/2015

09.02.2015

Vierzig minderjährige Flüchtlinge in Bonn sind seit Monaten ohne Schulplatz

Stadt Bonn verweigert Finanzierung von Sprachförderungsmaßnahmen

Nach mehreren Gesprächen zwischen dem Schulamt und dem Verein Ausbildung statt Abschiebung e.V. (AsA) über eine ersatzweise adäquate Sprachförderung für junge Flüchtlinge in Bonn, die der Schulpflicht unterliegen, aber vom Schulamt keinen regulären Schulplatz zugewiesen bekommen haben, ist diese wichtige Unterstützungsmaßnahme gescheitert.

Am 21.01.2015 erklärten wir uns gegenüber dem Schulamt bereit, von Februar bis Juni 2015 vormittags Schulungen in unseren Räumen durchzuführen. Zielgruppe sind junge Flüchtlinge der Sekundarstufe II. Unsere Zusage machten wir unter der Voraussetzung, dass das Schulamt die Finanzierung der Maßnahme sicherstellt und außerdem prüft, inwieweit den Schülern und Schülerinnen die Fahrkosten durch die Stadt Bonn erstattet werden können.
Für die bisher bei uns betreuten 16 SchülerInnen hatten wir durch Spenden das Schülerticket finanzieren müssen, da einige der Betroffenen über eine Verpflichtungserklärung von Verwandten in Bonn sind und sie somit kein Anrecht auf einen Bonn-Ausweis oder ein Schülerticket haben. Der Bezug eines Schülertickets hängt vom vorhandenen Schulplatz in einer regulären Schule ab.
Am 04.02.2015 erklärte eine Mitarbeiterin des Sozialamtes, dass das Amt nur 4.900 Euro für die gesamte Schulungsmaßnahme zahlen würde, und dies auch nur unter der Voraussetzung, dass die Gesamtfinanzierung 8.810 Euro wie von AsA beantragt gesichert ist. Wobei weder das Sozialamt noch das Schulamt eine Idee haben, wer die so entstehende Finanzierungslücke von 3.910 Euro schließen soll. Mit anderen Worten: Für die Gesamtfinanzierung bzw. für die Suche nach weiteren Sponsoren soll AsA zuständig sein. Wir machten die Mitarbeiterin des Sozialamtes darauf aufmerksam, dass die Sprachförderungsmaßnahme eine klar definierte staatliche Aufgabe ist und es daher auch schwierig sein wird, Sponsoren zu finden.
Bei uns entsteht der Eindruck, dass die Stadtverwaltung – insbesondere das Schulamt – eines ihrer Probleme, nämlich seit Jahren keine adäquaten Schulplätze für Flüchtlingskinder einrichten zu können, zu unserem Problem machen möchte. Eine klar definierte staatliche Aufgabe wird hier auf einen anerkannten Träger der freien Jugendhilfe übertragen, ohne diesen dabei finanziell ausreichend zu unterstützen.
In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Sprachförderung für junge Flüchtlinge mit Schulpflicht bereits in Eigenregie durch private Sponsoren finanziert. Diese werden keine zusätzlichen Kosten mehr übernehmen. Als Lösung des Finanzierungsproblems schlug uns das Sozialamt vor, Ehrenamtliche aus der Freiwilligenagentur zu kontaktieren, damit die Maßnahme mit Ehrenamtlichen kostenneutral für die Stadt Bonn durchgeführt werden kann.
Für die obengenannte Sprachförderung arbeiten wir jedoch ausschließlich mit speziell in Deutsch als Fremdsprache qualifizierten Fachkräften, denn die Zielgruppe sind schulpflichtige Minderjährige mit einem Anspruch auf einen Schulplatz. Ein solches Projekt ehrenamtlich zu besetzen, würde die Kontinuität und Qualität des Unterrichts nicht gewährleisten.
Das Recht auf Bildung, das laut der UN-Kinderrechtskonvention in Art. 28 uneingeschränkte Geltung unabhängig vom Aufenthaltsstatus beansprucht, wird hier in Bonn diesen Flüchtlingskindern verwehrt.

Ihnen wird auf diese Weise ein zentraler Schlüssel zur dauerhaften Existenzsicherung vorenthalten. Die Stadt Bonn verwehrt unbegleiteten und begleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die in NRW ein Recht auf einen Schulplatz haben, zum einen den Zugang zur Bildung, ihre Teilhabe wird beschnitten, ihre soziale Inklusion erschwert und zum anderen werden ihre Zukunftsperspektiven minimiert.

Die EU-Kommissarin für Inneres, Frau Cecilia Malmström, schrieb 2012 bei der Vorstellung der Zwischenbilanz zum Europäischen Aktionsplan für minderjährige Flüchtlinge, dass die Gesellschaft danach beurteilt werde, wie sie mit ihren verwundbarsten Mitgliedern umgehe. Stelle man dabei die Frage, wie wir in unserer Gesellschaft junge Flüchtlinge behandeln, so laute die Antwort, dass dies nicht annähernd so sorgsam geschehe, wie es sein sollte,

Karin Ahrens

Vorsitzende des Vereins Ausbildung statt Abschiebung

Pressemitteilung: Vierzig minderjährige Flüchtlinge in Bonn sind seit Monaten ohne Schulplatz

Wir freuen uns, dass der General-Anzeiger Bonn heute über das Thema berichtet hat: http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/Keine-Schule-fuer-Fluechtlingskinder-article1574478.html

Hier unsere Pressemitteilung vom 09.02.2015:

Vierzig minderjährige Flüchtlinge in Bonn sind seit Monaten ohne Schulplatz

Stadt Bonn verweigert Finanzierung von Sprachförderungsmaßnahmen

Nach mehreren Gesprächen zwischen dem Schulamt und dem Verein Ausbildung statt Abschiebung e.V. (AsA) über eine ersatzweise adäquate Sprachförderung für junge Flüchtlinge in Bonn, die der Schulpflicht unterliegen, aber vom Schulamt keinen regulären Schulplatz zugewiesen bekommen haben, ist diese wichtige Unterstützungsmaßnahme gescheitert.

Am 21.01.2015 erklärten wir uns gegenüber dem Schulamt bereit, von Februar bis Juni 2015 vormittags Schulungen in unseren Räumen durchzuführen. Zielgruppe sind junge Flüchtlinge der Sekundarstufe II. Unsere Zusage machten wir unter der Voraussetzung, dass das Schulamt die Finanzierung der Maßnahme sicherstellt und außerdem prüft, inwieweit den Schülern und Schülerinnen die Fahrkosten durch die Stadt Bonn erstattet werden können.
Für die bisher bei uns betreuten 16 SchülerInnen hatten wir durch Spenden das Schülerticket finanzieren müssen, da einige der Betroffenen über eine Verpflichtungserklärung von Verwandten in Bonn sind und sie somit kein Anrecht auf einen Bonn-Ausweis oder ein Schülerticket haben. Der Bezug eines Schülertickets hängt vom vorhandenen Schulplatz in einer regulären Schule ab.
Am 04.02.2015 erklärte eine Mitarbeiterin des Sozialamtes, dass das Amt nur 4.900 Euro für die gesamte Schulungsmaßnahme zahlen würde, und dies auch nur unter der Voraussetzung, dass die Gesamtfinanzierung 8.810 Euro wie von AsA beantragt gesichert ist. Wobei weder das Sozialamt noch das Schulamt eine Idee haben, wer die so entstehende Finanzierungslücke von 3.910 Euro schließen soll. Mit anderen Worten: Für die Gesamtfinanzierung bzw. für die Suche nach weiteren Sponsoren soll AsA zuständig sein. Wir machten die Mitarbeiterin des Sozialamtes darauf aufmerksam, dass die Sprachförderungsmaßnahme eine klar definierte staatliche Aufgabe ist und es daher auch schwierig sein wird, Sponsoren zu finden.
Bei uns entsteht der Eindruck, dass die Stadtverwaltung – insbesondere das Schulamt – eines ihrer Probleme, nämlich seit Jahren keine adäquaten Schulplätze für Flüchtlingskinder einrichten zu können, zu unserem Problem machen möchte. Eine klar definierte staatliche Aufgabe wird hier auf einen anerkannten Träger der freien Jugendhilfe übertragen, ohne diesen dabei finanziell ausreichend zu unterstützen.
In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Sprachförderung für junge Flüchtlinge mit Schulpflicht bereits in Eigenregie durch private Sponsoren finanziert. Diese werden keine zusätzlichen Kosten mehr übernehmen. Als Lösung des Finanzierungsproblems schlug uns das Sozialamt vor, Ehrenamtliche aus der Freiwilligenagentur zu kontaktieren, damit die Maßnahme mit Ehrenamtlichen kostenneutral für die Stadt Bonn durchgeführt werden kann.
Für die obengenannte Sprachförderung arbeiten wir jedoch ausschließlich mit speziell in Deutsch als Fremdsprache qualifizierten Fachkräften, denn die Zielgruppe sind schulpflichtige Minderjährige mit einem Anspruch auf einen Schulplatz. Ein solches Projekt ehrenamtlich zu besetzen, würde die Kontinuität und Qualität des Unterrichts nicht gewährleisten.
Das Recht auf Bildung, das laut der UN-Kinderrechtskonvention in Art. 28 uneingeschränkte Geltung unabhängig vom Aufenthaltsstatus beansprucht, wird hier in Bonn diesen Flüchtlingskindern verwehrt.

Ihnen wird auf diese Weise ein zentraler Schlüssel zur dauerhaften Existenzsicherung vorenthalten. Die Stadt Bonn verwehrt unbegleiteten und begleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die in NRW ein Recht auf einen Schulplatz haben, zum einen den Zugang zur Bildung, ihre Teilhabe wird beschnitten, ihre soziale Inklusion erschwert und zum anderen werden ihre Zukunftsperspektiven minimiert.

Die EU-Kommissarin für Inneres, Frau Cecilia Malmström, schrieb 2012 bei der Vorstellung der Zwischenbilanz zum Europäischen Aktionsplan für minderjährige Flüchtlinge, dass die Gesellschaft danach beurteilt werde, wie sie mit ihren verwundbarsten Mitgliedern umgehe. Stelle man dabei die Frage, wie wir in unserer Gesellschaft junge Flüchtlinge behandeln, so laute die Antwort, dass dies nicht annähernd so sorgsam geschehe, wie es sein sollte,

Karin Ahrens

Vorsitzende des Vereins Ausbildung statt Abschiebung

Karin Ahrens, Vorsitzende

KarinAhrens2014
Karin Ahrens; Quelle: privat
In 2011 bin ich zur Vorsitzenden des Vereins Ausbildung statt Abschiebung (AsA)  gewählt worden. Bevor ich die Nachfolgerin von Pater Karl Oerder wurde, war ich seit 2003 seine Stellvertreterin.
Während meiner Wahlkreisarbeit als Ratsmitglied und Mitglied des Integrationsrates der Stadt Bonn (1994 – 2003) kümmerte ich mich insbesondere um die Belange benachteiligter Kinder in Bonn. Durch diese ehrenamtliche Arbeit erkannte ich sehr bald bei meinen Besuchen in Asylheimen die belastenden Lebensbedingungen geduldeter Flüchtlings- und asylsuchender Kinder und Jugendlicher.
Um diese Not zu lindern, stellte ich schon vor meiner Mitgliedschaft im Verein Ausbildung statt Abschiebung Resolutionen und Anträge in den entsprechenden Gremien des Rats.
So war es denn auch selbstverständlich, dass ich seit Anbeginn meiner Mitgliedschaft bei AsA mich weiterhin auf politischer Ebene für die Kinder- und Jugendrechte junger Flüchtlinge einsetzte.
Denn die Lebenssituation dieser jungen von AsA betreuten durch Fluchterlebnisse traumatisierten Kinder und Jugendliche machte mich betroffen.
Die Entwicklungschancen von Kinderflüchtlingen werden durch die politisch gewollte Perspektiv- und Chancenlosigkeit stark eingeschränkt.
Gemeinsam nahmen wir uns vor, auf diesen unwürdigen und bedrückenden Umgang mit der schwächsten Gruppe in unserer Gesellschaft, der eine Folge der Vorbehaltserklärung der verabschiedeten UN-Kinderrechtskonvention war, öffentlich anzuprangern.
Ein Leben der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne von der Politik gewollte und abgesicherte Integration ist menschenunwürdig: Es ist ein Leben „draußen vor der Tür“.
Bei meiner Vereinsarbeit bei AsA lernte ich liebenswerte, hochmotivierte junge Menschen kennen, für die es sich lohnt zu kämpfen, mit ihnen gemeinsam Freizeit zu verbringen. Das, was ich ihnen durch mein Ehrenamt geben konnte, geben sie mir durch ihre Freundlichkeit, ihre Aufmerksamkeit, Tapferkeit und Freude vielfach zurück.
Karin Ahrens