Alle Beiträge von Stephani Streloke

Besuch im Bundestag

In der Woche vom 08. – 11. Oktober 2019 konnte AsA mit insgesamt 28 Personen (!) auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Katja Dörner an einer politischen Bildungsreise nach Berlin teilnehmen. Bei einer Stadtrundfahrt, dem Besuch des Bode-Museums sowie des Tränenpalastes und durch weitere kulturelle Angebote konnten wir die Stadt näher kennenlernen und zugleich viel über die deutsche Geschichte erfahren.

Ein besonderes Highlight war für alle der Besuch des Bundestages mit anschließender Diskussion. Aufregend war auch ein Termin im Umweltministerium, ebenfalls mit der Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Bei vier Tagen in Berlin blieben intensive persönliche Gespräche, auch über Krieg und Flucht, nicht aus. Der Anschlag in Halle und die spontane Teilnahme an der Mahnwache am Holocaust-Mahnmal rückten den Nationalsozialismus und den Umgang mit Rassismus und Antisemitismus in den Vordergrund und gaben diesen Themen einen schrecklichen, aktuellen Bezug.

Wir möchten uns, besonders im Namen unserer Jugendlichen, von ganzem Herzen bei der Bundestagsabgeordneten Katja Dörner, dem Leiter ihres Wahlkreisbüros, Holger Koslowski, und Annette Jänichen vom Bundespresseamt bedanken.

Eine solche Reise und die Gelegenheit, mit Verantwortlichen über politische Themenfelder und –Fragestellungen zu diskutieren, gibt es für junge Geflüchtete viel zu selten. Dabei merken wir in unserer täglichen Arbeit mit den Jugendlichen, wie viel Rede- und Diskussionsbedarf es gibt!

Der respektvolle und herzliche Umgang, auch mit den anderen Reisenden, hat der Fahrt einen wertvollen Rahmen gegeben.

Vielen Dank!

Text: Johanna Strohmeier

Einmarsch der Türkei in Syrien bringt neues Flüchtlingselend

Bereits 130.000 Menschen sollen nach Schätzung der Vereinten Nationen auf der Flucht sein: Der Einmarsch der Türkei in die nordsyrischen Kurdengebiete hat sehr schnell sehr viele Menschen in Bewegung gesetzt.

Doch wohin sollen sie gehen?

In Syrien herrscht nach wie vor Krieg, in die Türkei können sie auch nicht. Denn von dort geht eine militärische Offensive aus, deren Ziel eine sogenannte Sicherheitszone in den nordsyrischen Gebieten ist. Dort will die türkische Regierung Millionen syrische Flüchtlinge unterbringen – diejenigen nämlich, die in den vergangenen Jahren in der Türkei Schutz gesucht haben.

Wir von AsA e.V. sind entsetzt, dass Flüchtlinge als Unterpfand für die Militäroffensive eines Landes missbraucht werden sollen. Wir verurteilen den Einmarsch der Türkei in den Norden Syriens aufs Schärfste. Wir befürchten, dass noch viel mehr Menschen das elende Schicksal von Flüchtlingen erleiden müssen. Wir möchten nicht, dass Deutschland im Fall eines syrischen Militärangriffs auf die Türkei als NATO-Verbündeter zur militärischen Unterstützung verpflichtet wird.

Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Frieden. Auch für die Angehörigen der Jugendlichen, die wir bei AsA betreuen und die ihre Familien in Syrien oder in den Flüchtlingslagern in der Türkei zurücklassen mussten.

Spinn.bar bei AsA

Veranstaltung am 7.November

Flucht und Integration – Erfolge und Herausforderungen

Organisiert vom „spinnennetz ArbeiMitWirkung“ findet in den Räumen von AsA eine Spinn.bar statt. Thema: Flucht und Integration – welche erfolgreichen Beispiele gab es in den letzten vier Jahren (seit 2015) in unserer Region? Erfolgreiche Konzepte werden vorgestellt, aber auch die Herausforderungen an Hauptamtliche und Ehrenamtliche werden nicht verschwiegen.

Eingangs wird es Informationen von Fachleuten geben:

  • Sara Ben Mansour von ASA e.V. (Ausbildung statt Abschiebung)
  • Dr. Thomas Achilles, Programmleiter Wirtschaftliche Integration, Livelihoods SpecialistInternational Rescue Committee
  • Meike Woller, Referentin Interkulturelles Training; Deutscher Volkshochschulverband DVV International
  • Vertreter*in einer ehrenamtlichen Initiative oder eines Stadtteilintegrationsbüros

Danach sollen Erfahrungen ausgetauscht und Ideen und Anregungen diskutiert werden.

Wir laden alle Interessierten herzlich zu der Veranstaltung ein!

Termin: Donnerstag, 07. November 2019, Beginn 18:30 Uhr
Veranstaltungsort: Godesberger Straße 51 | 53175 Bonn (AsA-Geschäftsstelle)
Veranstalter: 
Spinnen-Netz für ArbeitMitWirkung

AsA bestürzt über Anschlag in Halle

Er wollte töten, so schrieb er im Netz – Mitglieder der Antifa, Ausländer, vor allem aber Juden. Antisemitismus in Deutschland im Jahr 2019. Zwei Menschen mussten sterben, zwei wurden schwer verletzt. Wir von AsA sind entsetzt, wütend und traurig und sprechen den Opfern und den Angehörigen unser Mitgefühl aus. Unsere Solidarität gilt den Menschen jüdischen Glaubens in unserem Land.

In unserer täglichen Arbeit mit Jugendlichen aus allen Teilen der Welt sehen wir die Folgen von Glaubenskonflikten, von Ausgrenzung, Verfolgung, Flucht und Vertreibung. Viele Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel, um nach Europa, nach Deutschland zu kommen. Ein sicherer Hafen, in dem Artikel 4 des Grundgesetzes besagt:

„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“

Wir von AsA werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass diese Freiheit für alle Menschen gilt, die in Deutschland leben, und verurteilen die Tat von Halle entschieden.

Tag des Flüchtlings 2019

Weltweit sind rund 71 Millionen Menschen auf der Flucht – und diese Zahl wächst weiter (Quelle: UNHCR, Stand Juni 2019).

Politische Verfolgung, Gewalt und Versklavung, Naturkatastrophen, Diskriminierung und fehlende Lebensgrundlagen – das sind nur einige von vielen Gründen, die Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen und sich auf den gefährlichen Weg in ein fremdes Land zu begeben.

Leider ist die Situation von geflüchteten Menschen in Deutschland, in Europa und besonders an den Außengrenzen Europas oft sehr prekär. Die gesellschaftliche und politische Debatte ist geprägt von Abschottung und Nationalismus. Setzt man sich mit aktuellen Gesetzesänderungen und –verschärfungen in Deutschland auseinander, bemerkt man schnell, dass sich eine „Hau ab!“- Mentalität herausbildet, die von Isolierung und Ausgrenzung geprägt ist!  

Die Folge ist, dass nicht nur die Menschenrechte und die Würde der Menschen in Gefahr sind – auch Mitgefühl und Menschlichkeit werden zunehmend unpopulärer.

Wir fordern deshalb eine ernstgemeinte Sozialpolitik, die sich an der Menschenwürde orientiert und die dem Ideal der Gleichheit aller Menschen entspricht.

Inzwischen sind rechtspopulistische Parteien in allen deutschen Parlamenten vertreten. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Zukunft unserer Gesellschaft in Deutschland und auch in Europa von Rechtspopulisten, Nationalisten und Demokratiefeinden bestimmt wird. Wir müssen alle gemeinsam laut werden gegen die entwürdigenden Gesetze und gegen menschenverachtende Politik! Wo bleibt unsere humanitäre Verantwortung?

Hiermit möchten wir alle dazu aufrufen, sich mit geflüchteten Menschen zu solidarisieren – am Tag des Flüchtlings und an allen anderen Tagen des Jahres!

Text: Johanna Strohmeier